Schutz der Schilddrüse

Vorrat an Jodtabletten wird ausgetauscht

Für den Fall eines Atomunfalls werden für etwa 2,8 Millionen Euro bis Ende September dieses Jahres die bundesweiten Jodtabletten-Bestände erneuert. Neu ist der Umstand, dass die Tabletten nicht mehr nur im Umkreis von 25 Kilometern der Atomkraftwerke bereit stehen, sondern in Zentrallagern bis zu 100 Kilometern Entfernung aufbewahrt werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Der bei den Ländern vorhandene Bestand an Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls wird dieser Tage erneuert. Die Tabletten, die bis Ende September an die Länder sowie sieben neu eingerichtete Zentrallager im Bundesgebiet ausgeliefert werden sollen, dienen dem vorsorglichen Schutz der Bevölkerung. Durch die Einnahme der Tabletten soll bei einem Atomunfall verhindert werden, dass radioaktives Jod von der Schilddrüse aufgenommen wird. Grundlage für die Ersatzbeschaffung der Jodtabletten bilden Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Strahlenschutzkommission (SSK).

In der Bundesrepublik wurden erstmals 1975 Empfehlungen zur Jodblockade für den Fall eines Atomunfalls ausgesprochen und Jodtabletten von den Ländern für den Katastrophenschutz im Umkreis von 25 Kilometer der Atomkraftwerke beschafft. Diese Tabletten werden jetzt ausgetauscht.

Jodtabletten sollen im Fall des Austritts von Radioaktivität die Anreicherung des radioaktiven Jods in der Schilddrüse verhindern und damit Gesundheitsschäden vermeiden. Die Ausgabe von Jodtabletten bei einem Atomunfall und der Freisetzung radioaktiven Jods ist nach einem abgestuften Konzept vorgesehen. In der unmittelbaren Umgebung der Atomkraftwerke (bis 25 Kilometer) sorgen die Länder für die Versorgung der Bevölkerung. Neu ist, dass für den Entfernungsbereich zwischen 25 und 100 Kilometer Jodtabletten in sieben Zentrallagern aufbewahrt werden und allen Ländern bei Bedarf für die Jodblockade zur Verfügung stehen. Im Falle eines Atomunfalls sollen die Jodtabletten nach Aufforderung durch die Katastrophenschutzbehörden eingenommen werden.

Die Beschaffung von insgesamt 137 Millionen Jodtabletten wird von den Atomkraftwerksbetreibern finanziert und erfolgt in enger Kooperation mit dem Bundesumweltministerium. Die Kosten liegen bei etwa 2,8 Millionen Euro.

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