DBU-Broschüre

Vorbildliche Beispiele zum Energie sparen in der Industrie

Fast jeder Handgriff im Alltag schluckt Energie. Vor allem in der industriellen Produktion werden enorme Energiemengen gebraucht. Die neue Broschüre der DBU "Energie effizient - Klimaschutz in Industrie und Gewerbe" zeigt Beispiele, wie in der Industrie Energie gespart werden kann.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Es ist von zentraler Bedeutung, dass Energie insgesamt eingespart wird, und zwar in großem Maßstab", sagte der Pressesprecher der DBU, Franz-Georg Elpers. Die DBU hat in der Energietechnik bisher rund 800 Projekte mit über 127 Millionen Euro unterstützt. Die Broschüre ist eine aktualisierte und erweiterte Neuauflage mit 26 innovativen Beispielen aus der Förderarbeit der DBU.

Für Filme mit besonderer Klangfülle gibt es Heimkinoanlagen mit Rundum-Klang-System. Jedoch sind die nötigen Verstärker wahre Energiefresser, so Elpers. Die Firma T + A Elektroakustik aus Herford habe hier eine intelligente Lösung gefunden: Ein digitaler Signalprozessor analysiere ständig das Musiksignal und kalkuliere jeweils aktuell die notwendige Betriebsspannung. Der Stromverbrauch gegenüber konventionellen Systemen habe bei üblicher Zimmerlautstärke um 60 Prozent verringert werden können. Auf alle Heimkinoanlagen in Deutschland angewendet, ließen sich mit dieser Technik pro Jahr 1,4 Gigawattstunden Strom einsparen.

Zur Zementherstellung wird feuchtes Rohmaterial gebrochen und anschließend getrocknet. Dabei gelangt auch Luft in den Trockner, die dann ebenfalls mit hohem Aufwand erhitzt wird. Die Firma Kreisel im sächsischen Krauschwitz habe eine Schleuse entwickelt, die die Mühle mit Material beschickt, aber hermetisch abriegelt. Mehr als 660.000 Liter Heizöl pro Jahr hätten durch die neuartige Schleuse gespart werden können. Die Technik sei so erfolgreich, dass dem Hersteller schon Bestellungen aus der ganzen Welt vorlägen.

Eine Solar-Kühlbox für Medikamente, die weniger Wärme verliere als konventionelle Boxen, entwickelte das Würzburger Unternehmen Va-Q-Tec. In Gebieten ohne Stromanschluss könne die Kühlbox mit Solarstrom versorgt werden. Ihr niedriger Stromverbrauch werde durch eine besonders wirkungsvolle Wärmedämmung, die nach dem Vakuum-Prinzip einer Thermoskanne funktioniere, erreicht.

Weitere Beispiele zum Energiesparen sind in der kostenlosen Broschüre "Energie effizient - Klimaschutz in Industrie und Gewerbe" zu finden. Informationen zur Förderantragstellung und zu den Ansprechpartnern der Fachabteilungen sind ebenfalls in der Broschüre angegeben.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiewirtschaft

    Experten: Industrie muss mehr in das Energiesparen investieren

    Das Energiesparen ist laut Experten in der Industrie noch immer nicht wirklich angekommen. Dabei wird hier fast die Hälfte des Stroms verbraucht. Großkonzern Bosch zeigt wie es geht: Das Unternehmen setzt auf Transparenz bei dem Thema und will so auch die Mitarbeiter motivieren.

  • Stromrechnung

    Nachrechnen: So teuer ist der Strom für Elektrogeräte

    Den Stromverbrauch von elektronischen Geräten zu ermitteln, ist gar nicht so einfach. Schließlich steht einem zumeist nur die Wattzahl als Angabe zur Verfügung. Gaming-PC können je nachdem, wie lange gespielt wird, richtig viel Strom verbrauchen. Eine Beispielrechnung zeigt, wie man den Verbrauch ausrechnen kann.

  • Energieversorung

    Intelligente Stromzähler haben großes Sparpotenzial

    Durch digitale Stromzähler lässt sich der Energieverbrauch erheblich reduzieren. Das haben erste Praxistests ergeben. Verbraucher können mithilfe der digitalen Stromzähler Energiefresser identifizieren und sie durch sparsamere Geräte ersetzen.

  • Stromnetz Ausbau

    Umfrage: Verbraucher wollen mehr Infos zum Stromsparen

    Die Bundesbürger wünschen sich mehr Informationen zum Stromsparen und eine bessere Kennzeichnung energieeffizienter Geräte. Drei Viertel sehen dies als die geeignetsten Maßnahmen, um den sparsamen Umgang mit Strom zu fördern. Das ergab eine Umfrage der dena.

  • Energieversorung

    VGB errechnet Neubaubedarf von 400.000 Megawatt

    Aus Sicht des Fachverbands der Strom- und Wärmeerzeugung (VGB) erfordern die Klimaschuzzziele ein "erhebliches Kraftwerksneubauprogramm". Der Verband hat ausgerechnet, dass bis zum Jahr 2020 in der EU-27 rund 400.000 Megawatt zusätzlich benötigt werden.

Top