EnWG-Vorschriften

Vorbereitung aufs Unbundling: Bergische Netzgesellschaft nicht ausgeschlossen

Die Stadtwerke Velbert, Remscheid, Wuppertal und Solingen prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten der Kooperation ihrer Netzbereiche. Sie erhoffen sich daraus Kostenvorteile bei der Umsetzung der Unbundling-Vorschriften, die aus der Novellierung des EnWG entstehen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Solingen (red) - Die Stadtwerke Solingen (SWS) bereiten sich derzeit auf das im neuen EnWG vorgeschriebene Unbundling (Trennung von Netz und Vetrieb) vor und prüfen mögliche Kooperationen mit benachbarten Unternehmen.

"Solche Entwicklungen berühren alle Bereiche eines Unternehmens. Nahezu alle Prozesse müssen erneut überprüft und gegebenenfalls angepasst werden", erläuterte Dr. Christian Becker, Geschäftsführer der SWS-Versorgung. Für ein erfolgreiches Umsetzen der Unbundlingforderungen sei es entscheidend, die jetzt vorhandenen Synergien auch künftig zu erhalten und Prozessoptimierungspotentiale zu nutzen. Eine mögliche Unternehmensstruktur wäre die Einführung selbständiger Center für die Bereiche Netzservice, Vertrieb, Kaufmännische Dienste und Administration in der SWS-GmbH und die Gründung einer 100prozentigen Tochtergesellschaft, die sich mit dem Regulierungs-Management für die Netze befasst.

Daraus entstünde jedoch für ein Stadtwerk von der Größe der SWS die Gefahr, dass die eigene Netzgesellschaft aufgrund ihrer geringen Größe unwirtschaftlich wird, befürchtet Becker. Daher favorisieren die Geschäftsleitungen der Stadtwerke Velbert, Remscheid, Wuppertal und Solingen derzeit eine Kooperation der Netzbereiche, verschiedene Möglichkeiten dazu würden derzeit überprüft. "Durch eine Kooperation erwarten wir uns Kostenvorteile, da wir durch einen Zusammenschluss eine wirtschaftliche Größe erreichen. Außerdem könnte in einem kleinen Expertenteam ein gemeinsames Know-how-Potential aufgebaut und die Aufgaben effizienter erledigt werden", erwartet Becker. Wichtig sei allen Beteiligten jedoch, dass die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Stadtwerke erhalten bleibt und die Strom- und Gasnetze im Eigentum der Versorger verbleiben.

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