Nachlese

von Weizsäcker: Energieeffizienz muss vervierfacht werden

Für Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, ist die Effizienz von Energie der wichtigste Beitrag auf dem Weg zu einem sinnvollen Umgang damit. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, Energien zu nutzen, die weniger Gefahren als die Atomkraft beinhalten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), sagte gegenüber dem Fernsehsender Phoenix, der wichtigste Beitrag auf dem Weg zu einem sinnvollen Umgang mit Energie sei die Effizienz.

"Man kann aus einer Kilowattstunde vier mal so viel Wohlstand herausholen, wenn man das geleistet hat, soviel wie möglich erneuerbare Energien verwenden", erläuterte er den notwendigen Umdenkprozess. Von Weizsäcker sagte im Hinblick auf die Nutzung von Atomenergie: "dass man existierende Atomkraftwerke noch eine Weile nutzt, dagegen ist ja gar nichts zu sagen. Aber wenn man die Ölindustrie als für Terrorismus anfällig bezeichnet, dann darf man die Atomenergie nicht als Alternative anbieten. Man soll sich auf die Energien konzentrieren, die weniger Gefahren beinhalten", forderte er.

Weiter sagte der Wissenschaftler und Umweltexperte im Interview: "China ist uns Europäern in Sachen erneuerbare Energien voraus. China ist weltführend bei Sparglühbirnen. Das ist die notwendige Endnutzereffizienz." Weiter erklärte er, Energieeffizienz sei für die Entwicklungsländer wichtiger als beispielsweise in Europa, "da wir uns die Verschwendung leisten können, die armen Länder aber nicht".

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