Gaspreise

Von Preissenkungen kommt wenig beim Kunden an

Während die Börsen- und Einfuhrpreise für Gas in zwei Jahren um über 20 Prozent gesunken sind, fielen die Gaspreise für den Endkunden gerade einmal um drei Prozent. Immerhin bieten die niedrigeren Beschaffungspreise den Versorgern aber einen größeren Spielraum bei der Preisgestaltung.

Gaspreis© Kautz15 / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Die Preise für fossile Brennstoffe sind international im Sinkflug. Das macht sich auch beim Erdgas bemerkbar: Sowohl die Börsenpreise als auch die Einfuhrpreise sind in den vergangenen zwei Jahren um über 20 Prozent gesunken. Doch nicht bei allen Haushaltskunden kommen die niedrigen Preise an. Im gleichen Zeitraum sind die durchschnittlichen Gaspreise für sie nur um drei Prozent gesunken, wie eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigt.

Großhandelspreise für Erdgas im Sturzflug

Der Verfall der Gaspreise in den letzten beiden Jahren wird an den Einfuhrpreisen sichtbar, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden. Im Juni 2013 lag der Preis für ein Terajoule Erdgas bei 7.689 Euro, im Juni 2015 ist er um rund 25 Prozent auf 5.785 Euro gesunken.

Die gleiche Entwicklung lässt sich bei den Börsenpreisen für Erdgas beobachten, die vom Statistischen Bundesamt gemessen werden. Auch hier sind die Preise zwischen Juni 2013 und Juni 2015 um rund 23 Prozent gesunken.

Haushaltskunden profitieren nur indirekt

Für viele Erdgasversorger war diese Entwicklung bisher kein Grund, den Verbrauchern günstige Preise anzubieten. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas, in den sowohl die Angebote der Grundversorger als auch der wichtigsten Wettbewerber einfließen, spricht eine deutliche Sprache. Im Juni 2013 musste ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh durchschnittlich 1.318 Euro bezahlen. Im Juni 2015 waren für die gleiche Menge durchschnittlich 1.279 Euro fällig, was einer Preissenkung von rund drei Prozent entspricht.

Preisunterschiede von 31 Prozent zwischen den Gasversorgern

"Die gesunkenen Beschaffungspreise bieten den Gasversorgern mehr Spielraum bei den Angeboten für ihre Kunden", stellt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung von Verivox, fest. "Das führt zu großen Unterschieden zwischen den einzelnen Versorgern."

Wie weit sich die Preisschere auf dem Gasmarkt geöffnet hat, wird anhand des Unterschieds zwischen dem durchschnittlichen Preis und den günstigsten Angeboten (nach Verivox-Tarifempfehlung) deutlich. 20.000 kWh Gas kosten im bundesweiten Durchschnitt zwar 1.279 Euro, die günstigsten Angebote liegen jedoch bei durchschnittlich 886 Euro. Der Preisunterschied beträgt damit 31 Prozent. Wie viel man im konkreten Fall durch einen Wechsel sparen kann, findet man mit unserem Gasrechner schnell heraus.

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