Investmentfonds

Volkswirt: Angst vor Engpass treibt Ölpreis, nicht Verbrauch

Getrieben wurde der Ölpreis in der letzten Zeit nicht von tatsächlichen Schwierigkeiten, die Nachfrage zu befriedigen, sondern von der Sorge über die zukünftige Versorgungslage, bilanziert der Chefvolkswirt der zur Lloyds TSB-Gruppe gehörenden Investmentgesellschaft SWIP, Richard Dingwall Smith.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Edinburgh (red) - Die Angst vor Energieengpässen in der Zukunft treibt den Ölpreis nach Einschätzung der Scottish Widows Investment Partnership (SWIP) in die Höhe.

"Wir sehen die Ursache für den extremen Preisanstieg nicht in einer starken weltweiten Nachfrage, denn der Ölverbrauch ist signifikant gesunken. 2006 erwarten wir das Barrel Brent bei 56 Dollar", erklärt Richard Dingwall Smith, Chefvolkswirt der zur Lloyds TSB-Gruppe gehörenden Investmentgesellschaft.

Dingwall geht davon aus, dass die Nachfrage weiter abnehmen wird, zum einen wegen zunehmenden Energiesparens bei historisch hohen Preisen und wegen einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Die Produktion sei zwar weltweit zurückgegangen, aber im letzten Jahr wurde mehr Öl gefördert, als letztlich verbraucht wurde und die Vorräte wurden aufgefüllt. Getrieben wurde der Ölpreis in der letzten Zeit also nicht von tatsächlichen Schwierigkeiten, die Nachfrage zu befriedigen, sondern von der Sorge über die zukünftige Versorgungslage, bilanziert der Chefvolkswirt.

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