Großzügiger Vorschlag

VKU kritisiert "heimliches" Drehen an Strompreisschraube

Eine Begünstigung für Teile der Energieabnehmer zu Lasten der anderen Stromkunden, müsse beim Namen genannt werden, kritisierte auch der VKU die Vorschläge der Verbundunternehmen, die Netzentgelte energieintensiver Unternehmen zu senken. Ihr "großzügiger" Vorschlag koste sie ja selbst keinen Cent.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (red)- Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Gespräche zwischen Wirtschaftsminister Clement und den Chefs der vier größten deutschen Stromkonzerne kritisiert.

"Die dem Bundeswirtschaftsminister Clement von den vier großen Stromkonzernen vorgeschlagene Entlastung der stromintensiven Industrie durch Absenkung der Netzentgelte führt zwangsläufig zu einer Strompreiserhöhung bei den Privathaushalten", fasste VKU-Präsident Gerhard Widder zusammen. Das Gesetz der Redlichkeit gebiete es, darauf hinzuweisen, dass diese staatlich gewünschte Subventionierung von Unternehmen zu Lasten der normalen Stromkunden gehe, führte er aus.

Eine Begünstigung für Teile der Energieabnehmer zu Lasten der anderen Stromkunden, müsse deshalb auch so beim Namen genannt werden, sagte Widder weiter. Zudem monierte er, dass die vier Verbundunternehmen einen "großzügigen" Vorschlag unterbreiten würden, der sie selbst keinen Cent koste. Die mögliche Erwartung, dass die Stadtwerke am Ende die Kosten bei sich behalten müssten, da eine Preiserhöhung gegenüber den Haushaltskunden politisch nicht gewollt ist, unterstreiche die Zweideutigkeit, unterstrich der VKU seine Einstellung zu diesem Thema.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Netzausbau

    Tennet erhöht Netzentgelte: Strom wird wohl teurer

    Stromnetzbetreiber Tennet erhöht die Netzentgelte deutlich. Das dürfte sich im kommenden Jahr auch auf den Stromrechnungen vieler Verbraucher bemerkbar machen. 30 Euro mehr sollen pro Haushalt im Schnitt anfallen, so Tennet-Chef Keussen.

  • Hochspannungsmasten

    Verbraucherschützer: Netzentgelte müssen transparenter werden

    Die Netzentgelte kosten Stromkunden rund 240 Euro im Jahr. Experten zufolge könnte der Betrag um etwa ein Zehntel geringer ausfallen. Das Problem: Die Zusammensetzung der Netzkosten ist intransparent, nur die Regulierungsbehörden wissen darüber Bescheid, wie genau die Netzbetreiber rechnen.

  • Stromtarife

    bne zu Strompreiserhöhungen: Anbieter wechseln!

    "Energieverbraucher in Deutschland nutzen ihr Wahlrecht beim Stromanbieter noch viel zu wenig", bemängelte heute der bne. Dabei könne bei einem Wechsel nicht nur Geld gespart werden, er sei auch ein politisches Bekenntnis: Kritik an der rüden Preispolitik der Ex-Monopolisten.

  • Stromtarife

    Hustedt fordert Änderungen am EnWG-Entwurf / E.ON-Chef will keine höheren Strompreise

    Auch am Wochenende ging die Diskussion über die geplante Erhöhung der Strompreise weiter: Während die Energieexpertin von Bündnis 90/Die Grünen, Michaele Hustedt, im "Focus" eine Vorab-Kontrolle der Preise forderte, fühlt sich Energiegigant E.ON "zu Unrecht angegriffen".

  • Strom sparen

    Diskussion um Strompreiserhöhungen: Wie transparent sind die deutschen Strompreise?

    Die Diskussion über die neuerlich geplanten Erhöhungen der Energiepreise in Deutschland schlägt hohe Wellen: Der BDI, nicht gerade als großer Energiewirtschaftskritiker bekannt, spricht von Deindutrialisierung und alleiniger Schuld der Konzerne für die derzeitige Situation. Künast fordert mehr Transparenz.

Top