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VKU bedauert Verhandlungsabbruch

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ist überzeugt davon, dass es neben dem von BDI und VIK vorgelegten Netzzugangsmodell auch noch andere Möglichkeiten gibt, einen Wettbewerb auf dem Gasmarkt zu ermöglichen. Deshalb reagierte der Verband auf den Verhandlungsabbruch mit Unverständnis. Zudem forderte er Klarheit über den Stellenwert von derartigen Vereinbarungen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat mit Unverständnis auf den Abbruch der Verhandlungen zur Verbändevereinbarung Gas III durch die Industrieverbände BDI und VIK reagiert. "Die Bereitschaft, ernsthaft einen Kompromiss über verbesserte Wettbewerbsbedingungen im Gasmarkt zu erzielen, ist bei den Industrieverbänden offenbar nicht mehr vorhanden", interpretierte VKU-Vorstand Gerhard Widder das Vorgehen. Auch andere Netzzugangsmodelle als das von der Industrie vorgelegte könnten einen funktionierenden Gaswettbewerb gewährleisten.

Nach Einschätzung des VKU-Präsidenten liegt eine der Ursachen für das Scheitern der Verbändeverhandlungen allerdings auch in den ungeklärten politischen Rahmenbedingungen zum zukünftigen Stellenwert von Verbändeverhandlungen. Widder appellierte daher an Bundesregierung und Koalitionsfraktionen, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen, ob Vereinbarungen der Verbände über Marktbedingungen in der Strom- und Gaswirtschaft im geplanten Regulierungssystem verbindliche Wirkung für die Marktteilnehmer entfalten werden. "Auf jeden Fall ist es aller Mühen wert, das bewährte System des verhandelten Netzzugangs zu erhalten", so Widder.

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