Alarmierend!

Visionslose Versorger: Schlechte Noten im Klimaschutzranking

Gemeinsam mit dem niederländischen Forschungsinstitut ECOFYS hat der Umweltschutzverband WWF die nachhaltige Investitionspolitik von 72 Versorgern aus den OECD Ländern und aus Russland untersucht. Ergebnis: Die Branche ist offensochtlich nicht bereit, ihrer Verantwortung für Klimaschutz gerecht zu werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin/Brüssel (red) - Weltweit ist die Strombranche nicht gewappnet, der Herausforderung des Klimawandels konsequent entgegen zu treten. Dieses Fazit zieht der WWF in einem jetzt vorgestellten Report, in dem die Geschäftspolitik der wichtigsten Energieversorgungsunternehmer unter die Lupe genommen wird.

Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit Firmen durch eine nachhaltige Investitionspolitik in der Lage sind, ihren Ausstoß von Treibhausgasen entscheidend zu verringern. 90 Prozent der untersuchten Unternehmen bekamen weniger als drei von zehn möglichen Punkten. "Alarmierend visionslos und alles andere als zukunftsfähig", kommentierte Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF die Ergebnisse. Es zeige sich, dass die Branche nicht bereit sei, ihrer Verantwortung für den Klimaschutz gerecht zu werden.

Auch die deutschen Stromkonzerne RWE und E.ON mit 1,3 bzw. 0,6. Punkten seien keine Ausnahmen. Der WWF fordert daher ein schnellst mögliches Umschalten auf saubere Energien, denn derzeit sei die Branche vor allem durch die Verstromung von Kohle für fast 35 Prozent der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich.

Der WWF Report untersuchte 72 Energieversorger aus den OECD Ländern und aus Russland. Sie produzieren gemeinsam knapp 65 Prozent des in diesen Ländern verbrauchten Stroms. Die Studie bewertet die Unternehmen nach ihrem aktuellen Einsatz und Ausbauplänen von erneuerbaren Energien und hoch effiziente Gaskraftwerken. Grundlage der Auswertung, die vom niederländischen Forschungsinstitut ECOFYS durchgeführt wurde, waren die Angaben der Firmen selbst. Besonders schlecht schnitten die US-amerikanischen Unternehmen ab. 24 Prozent erzielten nicht einmal einen Punkt. Mit 4,3 Punkten lag der spanische Versorger Iberola vorn, die deutschen Unternehmen RWE und E.ON landeten auf den Plätzen 20 und 41.

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