Standpunkt

VIK zur E.ON/Ruhrgas-Fusion: Auflagen fördern Erdgaswettbewerb nicht

Dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) gehen die vom Wirtschaftsministerium im Zuge der Genehmigung der E.ON/Ruhrgas-Fusion erteilten Auflagen nicht weit genug. Es fehlten u.a. Vorgaben zur Schaffung eines transaktionsunabhängigen Netzzugangs und die Auflösung weiterer vertikaler Beteiligungen von E.ON.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die mit der Ministererlaubnis für die Fusion von E.ON und Ruhrgas ausgesprochenen Auflagen gleichen nach Ansicht des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) die fusionsbedingten Wettbewerbsbeschränkungen nicht aus, auch wenn den Verbändevereinbarungen Erdgas II und III (VV Erdgas II und III) eine große Bedeutung eingeräumt wird. Eine Trennung von VNG – Verbundnetz Gas AG, EWE AG, Gelsenwasser AG, swb AG und Bayerngas sei zwar vorgeschrieben worden, weitere Beteiligungen von strategischer Bedeutung, wie etwa bei Thüga, Schleswag, HGW, Avacon, Saar Ferngas, Gas-Union, Ferngas Nordbayern, EVG Thüringen-Sachsen und Gasag, blieben aber unberührt.

Weiter bemängelt der Verband, dass die Vorgaben zur gesellschaftsrechtlichen Trennung der Netzbereiche nur Ruhrgas beträfen, nicht aber den gesamten Gasgeschäftsbereich der E.ON. Die mit der Gas-Release-Auflage freiwerdende Erdgasmenge, die E.ON ab Herbst 2003 an Wettbewerber verkaufen muss, liegt zudem weit unter der Mindesterwartung des VIK. Hinzu kommt, dass verbindliche Vorgaben zur Schaffung eines transaktionsunabhängigen Netzzugangs mit Börsen- und Bilanzkreisfähigkeit nach wie vor fehlten.

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