Vergleich

VIK: Zu hohe Stromnetzentgelte bei 155 Netzbetreibern

Bei insgesamt 155 Stromnetzen besteht laut Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) der Verdacht überhöhter Netzentgelte. Daher sei das neue EnWG dringend notwendig, um die Netzbetreiber wirkungsvoll zu regulieren, so der VIK, der Preisunterschiede bis zu 150 Prozent ausgemacht hat.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Basis der VIK-Untersuchung von 1294 Netzentgelten ist das zwischen Elektrizitätswirtschaft und Netzkunden ausgehandelte Vergleichskonzept nach Strukturklassen. Besonders hohe Netzentgelte wurden auf Hochspannungsebene bei 13 von 34 Unternehmen festgestellt, auf Mittelspannungsebene fielen 43 von 609 Unternehmen negativ auf und auf Niederspannungsebene berechnen laut VIK 99 von 651 Unternehmen zu hohe Gebühren.

Als günstigsten Netzbetreiber hat der VIK auf Hochspannungsebene die Wemag AG identifiziert. Sie verlangt netto 1,21 Cent pro Kilowattstunde. Beim teuersten Anbieter in diesem Bereich, der NSH Magdeburg GmbH werden 1,83 Cent pro Kilowattstunde fällig. Auf Mittelspannungsebene werden diese beiden Pole von der Überlandwerk Eppler GmbH (2,05 Cent pro Kilowattstunde) und den Elektrizitätswerken Hindelangt (4,28 Cent pro Kilowattstunde) eingenommen. Und im Niederspannungsbereich, in dem der Unterschied mit 150 Prozent am größten ist, ist die BremenPORTS Management + Service GmbH & Co.KG mit 3,11 Cent pro Kilowattstunde der günstigste und die Schnörringer Elektrizitätsgenossenschaft mit 7,77 Cent pro Kilowattstunde der teuerste Netzbetreiber.

Der neue Regulierer müsse den immensen Preisunterschieden schnell ein Ende bereiten, fordert der VIK daher. Initiiert vom neuen Energiewirtschaftsgesetz, das Mitte nächster Woche den Vermittlungsausschuss passieren soll, müsse endlich ein wirkungsvolles Vergleichsmarktkonzept mit nur wenigen Strukturklassen in Kombination mit einer Anreizregulierung eingeführt werden. Nur so könne in absehbarer Zeit auch tatsächlich eine die Stromverbraucher entlastende Absenkung der Netzentgelte in nennenswertem Umfang erreicht werden.

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