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VIK vergleicht Strommesskosten: Preisunterschiede von bis zu 258 Prozent

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat die Strommesskosten in Deutschland unter die Lupe genommen und dabei Unterschiede von bis zu 258 Prozent aufgedeckt. Während die Hagener Mark-E und die Schweriner Wemag ihren Kunden am meisten für Stromzähler und Messung abknöpfen, ist es bei der Frankfurter Mainova am günstigsten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Enorme Unterschiede von bis zu 258 Prozent für die Stromzähler-Messpreise (Messung, Datenerfassung und Abrechnung) hat eine Untersuchung des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) ergeben.

Niederspannungskunden mit einer Viertelstunden-Leistungsmessung zahlen danach pro Jahr zwischen 1441 Euro (Mark-E, Hagen) und 460 Euro (Mainova, Frankfurt a. M.). Mittelspannungskunden mit Leistungsmessung zahlen bei diesen Anbietern – die erneut die größten Preisunterschiede zeigen – 1902 Euro pro Jahr bzw. 766 Euro pro Jahr. Ein Unterschied von 158 Prozent.

Die Preise für Niederspannungskunden, die lediglich über eine Strommengenerfassung mittels Eintarifzähler verfügen, zeigen einen Unterschied von 190 Prozent und variieren zwischen 15,33 Euro und 44,48 Euro pro Jahr. Der teuerste Anbieter – die WEMAG aus Schwerin – unterscheidet dabei noch weiter. Deren eigene Strom- und Netzkunden zahlen dabei mit 21,47 Euro 107 Prozent weniger als dortige Netzkunden, die ihren Strom bei anderen Anbietern beziehen.

Nach Informationen des VIK prüft das Bundeskartellamt derzeit die Stromzähler-Messpreise und hätte gegen die Schweriner WEMAG AG und die Dortmunder RWE Net AG bereits Missbrauchsverfahren eingeleitet. Der VIK fordert erneut eine Liberalisierung des Messwesens. Eine entsprechende Neuregelung der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung und der Netznutzung die bisherige (AVBEltV) hat der Verband bereits empfohlen. Darüber hinaus sollte bei Stromvertragsverhandlungen auf eine Gestaltung geachtet werden, die es externen Dienstleistern gestattet, die Aufgaben der Stromverbrauchsmessung durchzuführen.

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