Kalkulation

VIK vergleicht Gas-Netzzugangsentgelte: Große Preisunterschiede

Der Wettbewerb auf dem Gasmarkt läuft noch immer nicht. In einer aktuellen Untersuchung hat der VIK herausgefunden, dass ein Kunde in Sachsen-Anhalt bei der Avacon doppelt so viel für die Durchleitung von Gas bezahlen muss, wie beispielsweise bei der VNG. Der VIK fordert daher dringend, die noch gültige Verbändevereinbarung Erdgas II einzuhalten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Entgelte für die Nutzung der Ferngasnetze in Deutschland variieren um das Doppelte bis Dreifache für die gleiche Dienstleistung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) bei verschiedenen Leitungsgruppen. Bezogen auf den zurückliegenden Preisvergleich des VIK vom Januar 2003 sind die Preisspreizungen gleich geblieben.

Nach Berechnungen des Verbandes muss z. B. in Sachsen-Anhalt ein VNG-Kunde, der 50 Millionen Kilowattstunden jährlich über 100 Kilometer (Leitungsgruppe A) durchleiten möchte, ein Netznutzungsentgelt von 16 750 Euro pro Jahr zahlen. Ein Kunde der Avacon in Sachsen-Anhalt zahlt bei gleichen Bedingungen mit 37 350 Euro mehr als das Doppelte.

Diese hohen Preisunterschiede sind für den VIK in vielen Fällen nur auf eine unrealistische und für Kunden viel zu teure Kalkulation der Netzzugangsentgelte zurückzuführen. Der VIK fordert daher dringend, die noch gültige Verbändevereinbarung Erdgas II einzuhalten.

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