Steigende Stromkosten befürchtet

VIK-Strompreisindex verharrt auf hohem Niveau

Nach siebenmonatigem kontinuierlichen Anstieg im September ist der VIK-Strompreisindex Anfang Oktober erstmalig leicht um 0,48 Prozent gesunken und liegt aktuell bei 115,16 Punkten. Grund für die aktuelle Dämpfung sind laut VIK schwache Preisrückgänge am EEX-Terminmarkt für Lieferungen in den kommenden vier Quartalen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Trotz eines leichten Preisrückgangs im letzten Monat dokumentiert der VIK-Strompreisindex für Mittelspannungskunden in der Industrie auch Anfang Oktober 2003 ein sehr hohes Strompreisniveau. Wie der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) mitteilt, ist der VIK-Strompreisindex nach siebenmonatigem kontinuierlichen Anstieg im September erstmalig leicht um 0,48 Prozent gesunken und liegt aktuell bei 115,16 Punkten.

Seit März 2002 ist der VIK-Index fast ausnahmslos gestiegen. Grund für die aktuelle Dämpfung sind laut VIK schwache Preisrückgänge am EEX-Terminmarkt für Lieferungen in den kommenden vier Quartalen. Nach wie vor bewegen sich die Preise gerade für die Winterquartale (4-2003 und 1-2004) mit über 50 Euro pro Megawattstunde aber im Spitzenlastbereich auf hohem Niveau. Die Netznutzungsentgelte der für die Index-Berechnung relevanten Netzbetreiber seien gegenüber dem Vormonat unverändert, teilt der VIK mit.

Der langfristige Terminmarkt verharre damit auf einem Preisniveau, das während der heißen Sommermonate erreicht wurde. Aber während der Spotmarkt gegenüber Juli wieder um 19 Prozent nachgelassen habe, zeigten die Terminmarktpreise keine entsprechende Abwärtstendenz. Das Misstrauen und die Skepsis vieler Teilnehmer und Beobachter gegenüber der Preisbindung im Stromgroßhandel blieben damit bestehen, so der VIK weiter.

Die negativen Folgen der Preisentwicklung für industrielle Verbraucher seien nach Einschätzung des VIK, der die Interessen der energieintensiven Unternehmen in Deutschland vertritt, enorm, denn auch auf neue Vollversorgungsverträge würden diese Preisentwicklungen weitgehend durchschlagen. Es drohe der deutschen Industrie ein Anstieg der Stromkosten von zwölf Milliarden Euro auf 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2004.

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