Innerhalb eines Monats

VIK-Strompreisindex: Extremer Preisanstieg

Der VIK-Strompreisindex für Mittelspannungskunden in der Industrie ist von Oktober bis November um 4,5 Prozent gestiegen - auf ein Jahr hochgerechnet entspricht dies einer Preissteigerung von 54 Prozent - und liegt nun erstmals bei über 120 Punkten. Der erhebliche Preisanstieg innerhalb eines Monats sei auf die starken Preissteigerungen der letzten EEX-Quartalspreise zurückzuführen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Preis für das Strom-Baseprodukt 1-2004 sei von Anfang bis Ende Oktober 2003 von 33 Euro pro Megawattstunde auf fast 40 Euro pro Megawattstunde (plus 21 Prozent) gestiegen. Bereits nach den ersten zwei Handelstagen im November 2003 sei ein weiterer Preisanstieg um 6,5 Prozent auf 42,59 Euro pro Megawattstunde zu verzeichnen.

Eine für die Stromkunden ähnlich negative Preisentwicklung hat der Verband auch für Spitzenlaststrom an der EEX festgestellt. Das Strom-Peakprodukt 1-2004 kostete Anfang Oktober 51,16 Euro pro Megawattstunde, Ende Oktober mit 61,69 Euro pro Megawattstunde bereits 20,6 Prozent mehr. Auch hier sei es nach den ersten zwei Handeltagen im November zu weiteren kräftigen Preissteigerungen gekommen. Am 4. November 2003 lag der Preis für das Peak-Produkt mit 67,35 Euro pro Megawattstunde bereits 9,2 Prozent über dem letzten Oktoberpreis. Auch die Jahresprodukte 2004 für Base und Peak seien im letzten Monat deutlich gestiegen. Anfang November 2003 sei hier ein Preisanstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vormonat festgestellt worden.

Nach Ansicht des Verbandes, der die Interessen der energieintensiven Unternehmen in Deutschland vertritt, stehe diese Preisentwicklung in keinem Zusammenhang mit der Entwicklung fundamentaler Marktdaten, wie etwa Brennstoffpreisentwicklung, Angebotsverknappung oder Nachfragezuwachs. Diese Preisentwicklung habe äußerst weitreichende negative Auswirkungen auf die Strompreise insbesondere bei Vollversorgungs­verträgen. Zudem würden die Stromanbieter den EEX-Terminmarktpreis als Referenzgröße bei den Verhandlungen mit ihren Kunden nutzen, obwohl nur etwa zehn Prozent des gesamten Stroms über die EEX gehandelt würde.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Stromkosten steigen: Auch Netzgebühren werden angehoben

    Erst die EEG-Umlage – nun die Netzgebühren: Zum kommenden Jahr wird beides ansteigen. Bei den Kosten für die Stromnetze soll es Bayern am härtesten treffen. Im Schnitt steigen die Gebühren um 8 Prozent.

  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Energieversorung

    VIK-Rundumschlag: Energieintensive Unternehmen werden zu stark belastet

    Mit der Perspektive zunehmender Energiekosten gehen die deutschen Unternehmen in Deutschland in das Jahr 2004. Anlässlich der diesjährigen Jahres-Pressekonferenz des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) unterstrich der VIK-Vorsitzende Horst R. Wolf die zunehmend schwierigere Wettbewerbssituation der in Deutschland ansässigen Unternehmen.

  • Stromtarife

    VIK-Strompreisindex weiter gestiegen

    Der VIK-Strompreisindex für Mittelspannungskunden in der Industrie dokumentiert auch im September 2003 die weiter steigende und nach VIK-Angaben Besorgnis erregende Preistendenz auf dem Strommarkt. Wie der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) mitteilt, ist erneut ein Anstieg um gut drei Prozentpunkte auf einen Wert von 115,72 zu verzeichnen.

  • Strom sparen

    VIK besorgt über Termin-Strompreise / Überprüfung gefordert

    Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat Börsenaufsicht, Börsenrat und Bundeskartellamt aufgefordert, die enormen Preissteigerungen im Terminmarkt der EEX zu überprüfen. Ein Missbrauch durch eine kapitalstarke Gruppe, die möglicherweise abgesprochen die Preise hochtreibt, könne nicht ausgeschlossen werden.

Top