Plus 35 Prozent

VIK: Strompreise steigen mit Rekordtempo

Die Preise für Strom auf allerhöchstem Niveau weiter. Im Zwölf-Monats-Vergleich liegt der Strompreisindex des Verbands Industrieller Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) im Januar 2006 mit 165,25 Punkten um 35 Prozent über dem Vorjahreswert. Jetzt müsse die Bundesnetzagentur einschreiten, hieß es vom VIK.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Allein der für den Strompreis von Industrie und Gewerbe ausschlaggebende Preis an der Leipziger Strombörse EEX habe sich in den letzten sechs Wochen für eine Lieferung im Kalenderjahr 2007 um 19,5 Prozent von 44,16 auf 52,75 Euro pro Megawattstunde erhöht, berichtet der VIK. Diese Entwicklung zeige, wie sehr sich der reale deutsche Strommarkt von einem funktionierenden Wettbewerbsmarkt und einer gleichgewichtigen Bedeutung von Angebot und Nachfrage unterscheidet. Denn obwohl die Brennstoffpreise nicht nennenswert gestiegen seien und der Markt auch nicht durch eine verstärkte Nachfrage unter Druck gesetzt worden sei, seien die Preise rasant gestiegen, resümmiert der Verband.

Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, müsse die Bundesnetzagentur so schnell wie möglich ihren Teil zur Öffnung der Stromnetze beitragen und die Netzentgelte streng kontrollieren sowie jedwede Wettbewerbseinschränkung sofort beseitigen. Daneben sei die Bundesregierung dringend gefordert, dem engen Stromoligopol entgegen zu wirken.

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