Unerwartete Zusatzbelastungen

VIK: Strom-Konzessionsabgabe von 0,11 Cent droht

Vielen Unternehmen in Deutschland droht nach Angaben des VIK eine weitere Strompreissteigerung, weil sie im Jahr 2003 erstmals konzessionsabgabepflichtig werden. Das sei ein für die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere mittelständischer Unternehmen gefährlicher und unnötig starrer Automatismus.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Zahlreiche Unternehmen des industriellen Mittelstandes stehen in Deutschland vor weiteren Strompreissteigerungen in Höhe von 0,11 Cent pro Kilowattstunde. Auf diese Entwicklung weist der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) hin. Diese unerwartete Strompreissteigerung drohe nach Angabe des Verbandes vielen Unternehmen, weil sie im Jahr 2003 erstmals konzessionsabgabepflichtig werden.

Die Umsetzung der Ökosteuererhöhung sowie die Beihilfen für erneuerbare Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung werden den Strompreis nach Berechnungen des VIK im Jahr 2003 gegenüber 2002 um etwa 0,9 Cent pro Kilowattstunde steigern. Da alle Unternehmen, deren Preise über einem bestimmten Stromgrenzpreis liegen, die kommunale Konzessionsabgabe zahlen müssen, drohe nun mit den unverhältnismäßig stark gestiegenen staatlichen Strompreisbelastungen die vermehrte Konzessionsabgabepflicht. Denn der für das Jahr 2003 gültige Stromgrenzpreis ist nur um 0,21 Cent auf 5,32 Cent pro Kilowattstunde gestiegen, weil im hierfür gültigen Erhebungszeitraum 2001 diese staatlichen Strompreisbelastungen noch wesentlich niedriger waren.

Nach Ansicht des VIK ist das ein für die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere mittelständischer Unternehmen gefährlicher und unnötig starrer Automatismus, den es nun zu durchbrechen gelte. Daher appelliert der Verband an die zuständigen Behörden, die Konzessionsabgaberegelung und damit den jüngst veröffentlichten Stromgrenzpreis kurzfristig grundlegend zu überarbeiten und dem liberalisierten Markt anzupassen. Dabei könne auch eine weitere diskriminierende Wirkung der Konzessionsabgabe abgeschafft werden: Derzeit seien in den neuen Bundesländern - wegen der dort tendenziell höheren Stromnetzpreise gegenüber den alten Bundesländern - Unternehmen mit der Konzessionsabgabe belastet, die diese in den alten Bundesländern nicht tragen müssten.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromkosten

    Höhere Netzkosten verteuern den Strom

    Die Netznutzungsentgelte werden in vielen Städten steigen. Das wird sich auf den Stromrechnungen für das kommende Jahr niederschlagen. Allerdings sind die Strompreise an der Börse gefallen, wodurch Preissenkungen von Seiten der Stromversorger möglich sind.

  • Energieversorung

    Wie sich der Strompreis zusammensetzt

    Die großen deutschen Energiekonzerne haben nach Ansicht des Bundeskartellamtes "Anreiz und Möglichkeiten", den Strompreis durch ihre Marktmacht im Strom-Großhandel missbräuchlich zu beeinflussen. Einkaufspreise machen etwa ein Drittel des Strompreises aus. Aus welchen Bestandteilen sich der Strompreis zusammensetzt:

  • Strom sparen

    Rede von VDEW-Präsident Marquis zum Jahresbericht 2001

    Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von VDEW-Präsident Günter Marquis zum Thema "Wettbewerb im Strommarkt braucht marktorientierte Politik", anlässlich der Vorstellung des VDEW-Jahresberichts am 28. Mai 2002 in Berlin.

  • Hochspannungsmasten

    Niedersachsen schreibt Strombedarf europaweit aus

    Für 4900 Abnahmestellen benötigt das Bundesland etwa 310 Millionen Kilowattstunden Strom - Finanzminister Aller: "Durch Bündelung der Nachfrage werden Kosten eingespart und trotzdem ökologische Maßstäbe gesetzt".

  • Hochspannungsleitung

    Bündnis 90/Die Grünen: KWK - Energieeffizienz und Klimaschutz

    Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich begeistert von ihren Vorstößen und Erfolgen beim Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Ein aktueller Hintergrundbericht gibt Auskunft über den Stand der Dinge.

Top