Bundesweiter Vergleich

VIK: Mehr als ein Viertel der Stromnetzbetreiber verlangen zu hohe Entgelte

Der VIK hat die Entgelte der deutschen Stromnetzbetreiber für die Benutzung ihrer Netze untersucht und dabei festgestellt, dass 28 Prozent der Hoch-, neun Prozent der Mittel- und 13 Prozent der Niederspannungsnetzbetreiber zu teuer sind. Als Kriterien dienten die Strukturklassen der VV II plus. Jetzt müssen die Unternehmen die Rechtmäßigkeit nachweisen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

28 Prozent der Hochspannungsnetzbetreiber verlangen zu hohe Entgelte für die Stromdurchleitung. Das geht aus einem bundesweiten Vergleich hervor, den der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) jetzt veröffentlichte. Ebenfalls zu teuer seien neun Prozent der Mittel- und 13 Prozent der Niederspannungsnetzbetreiber.

Als Grundlage des Vergleichs dienten dem VIK die Kriterien der neuen Strukturklassen aus der Verbändevereinbarung Strom II plus. Jetzt seien alle Netzbetreiber, die mit ihren Preisen im oberen Drittel einer Strukturklasse liegen, verpflichtet, einen Nachweis über die Angemessenheit ihrer Preise zu erbringen. Der VIK identifizierte u.a. folgende Netzbetreiber als zu teuer: Avacon, Allgäuer Überlandwerke, e.dis, Fränkische Überlandwerke, GEW RheinEnergie, Mainova, MEAG, Pfalzwerke, TEAG und WEMAG. Auch zahlreiche Stadtwerke langen bei der Veranschlagung von Netznutzungsentgelten ordentlich zu.

Diese Erklärungspflicht könnte zu sinkenden Preisen führen, zeigt sich der VIK in der Beurteilung seines Vergleichs optimistisch. Künftig will er diesen zweimal im Jahr vorlegen. Dennoch forderte der Verband, das Strukturklassenmodell weiterzuentwickeln, denn derzeit seien in manchen Strukturklassen für einen Vergleich zu wenige Netzbetreiber vertreten.

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