VIK: KWK-Quotenregelung ist "süßes Gift"

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Ein Quotengesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist nach Einschätzung des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) ein überaus rigider Markteingriff. Schließlich würde ein KWK-Quotenregime alle Stromverbraucher zum Kauf einer bestimmten Menge KWK-Stroms verpflichten. Der Kunde wäre dann - entgegen der EU-Zielsetzung zur Marktliberalisierung bei Elektrizität - in seiner Einkaufsdisposition nicht mehr frei, sondern müsste die vom Staat festgesetzte Quote an KWK-Strom abnehmen oder über entsprechende Zertifikate bezahlen.


Da auch weniger umweltfreundliche KWK-Anlagen durch ein Quotensystem subventioniert werden sollen, wären nach Ansicht des Verbands kontinuierliche Quotenanhebungen und Strompreiserhöhungen unvermeidlich. Der Produktionsfaktor Strom verteuerte sich damit wieder und gefährdete die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produktionsstandorte und Arbeitsplätze, hieß es in einer Pressemitteilung. KWK-Anlagen sollen auch zukünftig in energieintensiven Produktionsprozessen ein wichtiger Baustein sein, forderte der VIK. Dies gelte vor allem für vernetzte Betriebsstandorte, denen es auf die synchrone Bereitstellung von Strom, Wärme, Druckluft und Kälte auf unterschiedlichen Ebenen zur Deckung einer komplementären Nachfrage dieser Energien ankommt. Und gerade hier bieten die aktuell ebenfalls in die Diskussion eingebrachten Möglichkeiten der kooperativen Kraft-Wärme-Wirtschaft (z. B. Gemeinschaftskraftwerke zwischen Industrie und Kommunen) große Chancen. Andererseits sei KWK aber kein Selbstzweck und könne niemals ein "energie- und umweltpolitisches Allheilmittel" sein, hieß es weiter. Die gekoppelte Bereitstellung von unterschiedlichen energetischen Produktionsfaktoren müsse wettbewerbsfähig sein und sich gegenüber anderen Technologien behaupten.


VIK-Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Budde forderte alle Repräsentanten der KWK-Szene auf, die aktuellen marktkonformen Vorschläge zur Kohlendioxid-Minderung konstruktiv und wettbewerbsneutral weiter zu entwickelten, auf Einzelaktionen zu verzichteten, Inhalte eines KWK-Monitorings zu erarbeiteten und diese in die Klimavereinbarung zwischen der Bundesregierung und der Deutschen Wirtschaft vom 9. November 2000 zu integrierten.

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