Neues EnWG

VIK: Investitionen ja - hohe Netzentgelte nein

Der VIK begrüßt die angekündigten Investitionen der Versorgungswirtschaft in neue Kraftwerke in Nordrhein-Westfalen. Derzeit sehe es allerdings so aus, als sollten die Stromkunden diese Kraftwerke bis 2010 durch überhöhte Netzentgelte mit etwa 15 Milliarden Euro finanzieren, bemängelt der Verband.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Vor dieser Entwicklung warnt der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK). Im aktuellen EnWG-Entwurf der Regierungskoalition sei immer noch die Kalkulation der Netzentgelte nach dem Prinzip des Nettosubstanzerhaltes vorgesehen. Hierdurch würden - im Vergleich mit der alternativen Kalkulationsmethode der Realkapitalerhaltung - zwischen 2005 und 2010 knapp neun Milliarden Euro ungerechtfertigt in die Kassen der Energieunternehmen fließen. Nach Ansicht des VIK sollte bei den Energienetzen nach dem Prinzip der Realkapitalerhaltung kalkuliert werden. Dies garantiere ebenfalls die Substanz der Versorgernetze, sei aber um jährlich 1,5 Milliarden Euro preiswerter für die Kunden.

Die Körperschaftsteuer sei der zweite preistreibende Faktor. Gehe es nach dem derzeitigen Gesetzentwurf, müsse der Regulierer die Körperschaftsteuer bei der Kalkulation der Netzentgelte akzeptieren. So könnten die Netzbetreiber mindestens eine weitere Milliarde Euro Preiserhöhungsvolumen jährlich zu Lasten der Kunden realisieren.

Bundestag und Bundesrat seien daher aufgefordert, in den kommenden EnWG-Beratungen entsprechende Korrekturen bei den Themen Nettosubstanzerhalt und Körperschaftsteuer vorzunehmen.

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