Verband widerspricht Trittin

VIK: Industriestrompreis fast wieder auf Niveau vor Liberalisierung

Laut VIK liegt der Industriestrompreis in Deutschland keinesfalls im europäischen Mittelfeld, wie Umweltminister Jürgen Trittin auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft ausgeführt hat. Und die Absenkung des Strompreises um 35 Prozent sei bestenfalls eine historische Betrachtung und hätte nur für eine Übergangszeit gegolten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit der Anhebung der Ökosteuer und der Belastung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat der Industriestrompreis im Jahre 2003 wieder in etwa eine Höhe erreicht, wie sie vor Beginn der Liberalisierung 1998 galt. Damit widerspricht der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) den Aussagen von Bundesumweltminister Trittin auf der Handelsblatt-Energie-Konferenz in Berlin.

Eine Absenkung des Strompreises um 35 Prozent, wie von Umweltminister Trittin vermittelt, sei bestenfalls eine historische Betrachtung und hätte nur für eine Übergangszeit des sich entwickelnden Wettbewerbs, etwa im Jahre 2000, gegolten. Seitdem hätte der erneute Anstieg der reinen Strompreise, aber vor allem auch der staatlichen Belastungen (Ökosteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz) die Preise wieder fast auf das damalige Monopol-Niveau zurückgeführt.

Der Industriestrompreis in Deutschland liegt laut VIK auch keinesfalls in einem europäischen Mittelfeld, wie Trittin ausführte. So gelte für ein deutsches Industrieunternehmen mit einem typischen Stromverbrauch von 50 Gigawattstunden nach den neuesten Angaben von Eurostat ein Preis von 5,48 Cent pro Kilowattstunde. Nur in Irland und Italien werde dieser Preis überschritten, während an neun europäischen Standorten wesentlich günstigere Preise gelten (z.B. Schweden: 2,66 Cent). Dadurch sei dort die Wettbewerbssituation erheblich günstiger.

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