Öffnung überfällig

VIK-Index: Strompreise bleiben auf sehr hohem Niveau

Die Entwicklung des VIK-Strompreisindex zeigt laut VIK wie überfällig eine echte Öffnung der deutschen Stromnetze für Wettbewerb sei. Nur eine wirklich diskriminierungsfreie Nutzung der Stromnetze und die Möglichkeit, Strom auch über Landesgrenzen hinweg handeln zu können, führe zu echtem Stromwettbewerb.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Der VIK-Strompreisindex für Mittelspannungskunden in der Industrie zeigt auch im August 2004 keine Entspannung. Zwar sei der VIK-Index diesmal nur um 0,3 Punkte von 124,64 auf 124,94 Punkte (plus 0,24 Prozent) gegenüber dem Vormonat gestiegen, befinde sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau, so der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK).

Im Vorjahresmonat lag der VIK-Index mit 112,68 Punkten noch um 10,9 Prozent niedriger. Allein in den letzten vier Monaten sei ein Anstieg von 7,6 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Die Entwicklung des VIK-Strompreisindex zeige, wie überfällig eine echte Öffnung der deutschen Stromnetze für Wettbewerb sei. Nur eine wirklich diskriminierungsfreie Nutzung der Stromnetze und die Möglichkeit, Strom auch über Landesgrenzen hinweg wettbewerbsfähig handeln zu können, könne zu echtem Stromwettbewerb führen und dazu beitragen, den Trend kontinuierlich steigender Strompreise längerfristig zu bremsen.

Der VIK betonte, wie wichtig hierfür das neue Energiewirtschaftsgesetz sei, und forderte die Bundesregierung erneut auf, Nachbesserungen am Gesetzentwurf vorzunehmen. Die Regulierungsbehörde dürfe ihre Arbeit nicht als zahnloser Tiger beginnen. Die Energiekunden brauchten wettbewerbsgerechte Preise, so der VIK-Geschäftsführer Dr. Alfred Richmann.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiewirtschaft

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Solarzellen

    Solaranlage: Batteriespeicher rentieren sich nicht immer

    Ein Batteriespeicher für die Solaranlage rentiert sich nicht für jedermann. Für einige Hausbesitzer lohnt es sich eher, den Strom ins Netz einzuspeisen. Der Bundesverband der Solarwirtschaft verrät, wer eher auf einen Speicher verzichten kann.

  • Hochspannungsmasten

    Schleswig-Holstein will Strompreisgenehmigung beibehalten

    Bernd Rohwer, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, will sich dafür einsetzen, dass die Vorab-Genehmigungspflicht für Strompreise durch die Landesbehörden auch im neuen EnWG enthalten bleibt. Am Beispiel Baden-Württemberg und den dortigen hohen Strompreisen könne man sehen, was bei einer Abschaffung passiert.

  • Energieversorung

    EEG in Kraft: Wachsender Anteil der Erneuerbaren am Energiemix vorprogrammiert

    Um den Anteil der erneuerbaren Energie am Energiemix bis 2020 auf 20 Prozent auszuweiten, fördert die Bundesregierung die Erzeugung von Strom aus Sonne, Wasser, Wind und Biomasse in besonderem Maße. Das neue, verbesserte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist gestern in Kraft getreten.

  • Hochspannungsleitung

    VIK zum EnWG: Kostenorientierung ist "Gift" für Wettbewerb

    Der Essener VIK zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht vom neuen EnWG, das in dieser Woche vom Bundeskabinett verabschiedet wurde. Es werde den Wettbewerb nicht entscheidend voranbringen. Die vorgesehene weitgehende Kostenorietierung der Preise sei "Gift" für den Wettbewerb.

Top