Kritik

VIK: Erneuerbare-Energien-Gesetz wird Selbstbedienungsladen der Subventionsempfänger

Wie der VIK heute mitteilte, sei insbesondere für die im globalen Wettbewerb stehenden stromintensiven Industriebranchen eine erneute Erhöhung der Stromkosten nicht länger tragbar. Der Verband beziegt sich dabei auf die am Freitag vom Bundesrat beschlossene Erhöhung des sogenannten Solarstromdeckels von 350 auf 1000 Megawatt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verband der Industrie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat heute auf die am vergangenen Freitag im Bundesrat beschlossene Verdreifachung der Pflichtabnahme von Solarstrom reagiert. Die Ausdehnung der Pflichtvergütung von bisher 350 Megawatt auf 1000 Megawatt bei unverändert hohen Zwangsvergütungen von 48 Cent pro Kilowattstunde würde alle Effizienzfortschritte ignorieren, die beim Betrieb von Solaranlagen bereits erzielt wurden, heißt es in einer Verbandsmitteilung.

Ohne jeglichen Kostendruck bei den Empfängern dieser Subventionen würde die Neuregelung zu einem Anstieg der Belastungen um das Dreifache auf etwa 460 Millionen Euro jährlich führen. Diese Kosten trägt nach der Weiterwälzung durch die Stromlieferanten jeder einzelne Stromverbraucher, ist der VIK überzeugt. Insbesondere für die im globalen Wettbewerb stehenden stromintensiven Industriebranchen sei eine derartige Erhöhung der Stromkosten nicht länger tragbar. Die Pflichtvergütung für Solarstrom liegt ca. um das Zwanzigfache über dem Strommarktpreis. Diese Mehrkosten gefährden mittlerweile den Fortbestand z.B. der Aluminiumherstellung in Deutschland, bemängelt der Verband.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Naturstrom

    EEG-Reform: Neue Regeln für Windenergie geplant

    Für die Windenergie wird es mit der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im kommenden Jahr Änderungen bei der Förderung geben. Ähnlich wie es bereits für den Sonnenstrom gilt, soll die Höhe der Förderung über Ausschreibungen festgelegt werden.

  • Strom sparen

    Solarbundesliga: Geesow verteidigt Titel des Deutschen Meisters

    Geesow, Ulm, Neckarsulm und Hohenfels heißen die Sieger der Deutschen Solarbundesliga, die von der Deutschen Umwelthilfe e.V. und der Fachzeitschrift Solarthemen organisiert wird. Bundessieger in der Kategorie "Solarthermie" ist das bayerische Schalkham. Meisterschaftsfeier ist am 29. Juni auf der "Intersolar" in Freiburg.

  • Strom sparen

    Bundesrat stimmt weiterem Ausbau der Solartechnik zu

    Heute hat die Anhebung des sogenannten Solar-Deckels auf 1000 Megawatt auch den Bundesrat passiert. Anstatt ehemals 350 Megawatt müssen nun 1000 Megawatt Gesamtkapazität aus Solarstrom errichtet sein, bis die Abnahmegarantie verfällt. Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft wertet das als einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz.

  • Strompreise

    SPD-Energieexperten: "Mit Stoiber geht die Sonne unter"

    Der energiepolitische und der umweltpolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landesgruppe, Dr. Axel Berg und Horst Kubatschka, sind der Ansicht, dass die bayerische Politik gegen den Ausbau der Photovoltaik arbeite. Grund: Bayern will die Anhebung des gesetzlichen Förderrahmens auf 1000 Megawatt Solarstromleistung nicht mittragen.

Top