VIK erinnert an die fristgerechte Veröffentlichung der Netznutzungspreise

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Ende Juni 2000 läuft die mit der zweiten Verbändevereinbarung Strom vereinbarte Frist zur Veröffentlichung der Preise für die Nutzung der Stromnetze ab. Nach Angaben des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft lägen bis heute erst wenige Preise der über 900 deutschen Netzbetreiber vor. Dabei stellten gerade die mit der Verbändevereinbarung II angestrebten Preisveröffentlichungen die entscheidende Grundlage für die Transparenz und freien Wettbewerb auf dem Strommarkt dar. Sie seien damit für alle Nutzer der Stromnetze, d.h. sowohl für die Stromverbraucher als auch für die Stromerzeuger und Stromhändler unverzichtbar.


Die Selbstverpflichtung zur Preisveröffentlichung ist daher von allen Netzbetreibern zu erfüllen, so der VIK-Geschäftsführer, Dr. Hans-Jürgen Budde, kürzlich in Essen. Zudem sei die Zurückhaltung schwer verständlich, da auf Basis der ersten Verbändevereinbarung bereits mehr Netzbetreiber ihre Preise veröffentlicht hätten. Auch könne heute auf einen Leitfaden zur Preisermittlung mit klaren Definitionen zurückgegriffen werden.


Dabei wiesen selbst die wenigen bis heute veröffentlichten Netzpreise noch erhebliche Unterschiede auf. So würde die Netznutzung bei Anschluss an das Mittelspannungsnetz und einer Jahresnutzung von 3000 Stunden beim teuersten Verbundnetzbetreiber (VEW) 5,5 Pfennig pro Kilowattstunde und beim günstigsten Verbundnetzbetreiber (RWE) nur 3,9 Pfennig pro Kilowattstunde und damit etwa 30 Prozent weniger kosten. Der einzige im bisherigen Preisvergleich enthaltene lokale Verteilnetzbetreiber (Drewag) berechne für diesen Fall sogar 7,2 Pfennig. Im Falle einer Nutzungsdauer von jährlich 6000 Stunden fielen die Netzpreise ab der Mittelspannungsebene auf 3,2 beim teuersten und 2,3 Pf/kWh beim günstigsten Netzbetreiber, auch hier läge das Stadtwerk mit 4,6 Pf/kWh "außer Konkurrenz".


Damit überschritten die Preise der teuersten Netzbetreiber - sowohl auf Seiten der Verbundwirtschaft als auch auf Seiten der kommunalen Wirtschaft - deutlich die Richtwerte der Verbändevereinbarung II. Diese stellten aus Sicht des VIK Preisobergrenzen dar. Auch verharrten die veröffentlichten Netzpreise bisher auf konstanter, aus Monopolzeiten bekannter Höhe. Nach Ansicht des Verbandes sollten Netzpreise jedoch analog zu den Strompreisen sinken und damit um mindestens 20 Prozent tiefer liegen.


Vor diesem Hintergrund fordert VIK die Netzbetreiber nachdrücklich zur Einhaltung des in der Verbändevereinbarung II vereinbarten Veröffentlichungstermins auf. Nur auf Grundlage veröffentlichter Informationen könne sich ein "marktsgerechtes" Preisniveau entwickeln.

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