EU-Kommission soll ablehnen

VIK: E.ON-Angebot zum Verkauf von Kraftwerken unzureichend

Die von E.ON gegenüber der EU-Kommission angebotene Zusage, Kraftwerke und das Höchstspannungsnetz zu verkaufen, ist aus Sicht des VIK völlig unzureichend, um die von der EU erhobenen Vorwürfe einer Kapazitätszurückhaltung auszugleichen. Den hieraus resultierenden zu hohen Strompreisen könne so nicht entgegen gewirkt werden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Zu diesem Ergebnis kommt der VIK – die Interessenvertretung großer Energiekunden in Deutschland – in seiner Stellungnahme, die die EU-Kommission zu der von E.ON angebotenen Verpflichtungszusage angefordert hatte.

Das E.ON-Angebot verringert nicht die marktbeherrschende Stellung, so der VIK. Im Gegenteil: Der EU-Marktanteil von E.ON bliebe unverändert. Der Tausch der deutschen Kraftwerkskapazität gegen ausländische Kraftwerke anderer marktbeherrschender Stromunternehmen führt zu einem "Nichtangriffspakt" zwischen den großen europäischen Erzeugern.

Darüber hinaus wolle E.ON in den meisten Fällen keine ganzen Anlagen abgeben, sondern lediglich Bezugsrechte oder Beteiligungen. Überhaupt seien die 4,8 Gigawatt Kraftwerkskapaziätat nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", schließlich umfasse E.ONs Erzeugungspark insgesamt 54 Gigawatt.

"Der E.ON-Vorschlag nimmt die EU-Kommission nicht ernst, die Annahme einer solchen Mogelpackung wäre eine Ohrfeige für die Stromkunden", so VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann. Insgesamt ist aus Sicht des VIK eine deutliche Verschärfung der Verpflichtungszusagen erforderlich, um die Marktmacht weitmöglichst zu begrenzen und einen funktionierenden Wettbewerb auf der Erzeugungsstufe herbeizuführen.

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