Standpunkt

VIK: Deutsche Industrie hat Kyoto-Etappenziele längst erreicht

Im Rahmen der Diskussion um die Ausgestaltung des Emissionshandels weist der VIK darauf hin, dass die deutsche Industrie ihre jährlichen Emissionen bereits über dem "Soll" eingespart hat. Denn: Die Kyoto-Verpflichtung müsse nicht bereits in den ersten Jahren komplett erfüllt werden, sondern erst bis 2012.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Das Kohlendioxid-Minderungsziel der deutschen Industrie zur Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Kyoto sei zwar klar, der Weg dahin sei jedoch frei wählbar. Laut Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) entzündet sich an diesem Weg aber immer wieder Streit, weil der Industrie überzogene Etappenziele abverlangt würden.

Der VIK verweist dabei darauf, dass die insgesamt zu reduzierende Menge nicht bereits in den ersten Jahren komplett eingespart werden müsse. Vielmehr biete sich eine flexible und gleichmäßige Verteilung der Gesamtminderung über den ganzen Minderungszeitraum von 1990 bis 2012 an.

Bei einer gleichmäßig und jedes Jahr in gleicher Höhe erfolgenden Kohlendioxid-Minderungsrate hätte die deutsche Industrie bis 2002 ihre jährlichen Emissionen um 85 Millionen Tonnen mindern müssen, um im Kyoto-Zielrahmen zu bleiben. Tatsächlich habe sie ihre jährlichen Emissionen jedoch um 130 Millionen Tonnen vermindert und liege damit um 45 Millionen Tonnen über dem Soll. Der VIK fordert nun, dass diese "Vorsprunggewinne" der Industrie erhalten bleiben und der Politik nicht als Anlass für verschärfte Minderungsziele dienen dürften. Entscheidend sei, dass das Mengenziel punktgenau 2012 erreicht werde und nicht schon Jahre früher.

Der Emissionshandel müsse daher so ausgestaltet werden, dass die Industrie nicht über die Kyoto-Lasten hinaus zusätzlich belastet werde. Es nütze dem Weltklima nicht, wenn in Deutschland ökologisch und ökonomisch vorbildliche Industrieanlagen in Deutschland aufgegeben würden und in andere Regionen der Welt abwanderten. Dort werde im Zweifelsfall unter geringeren Umweltstandards produziert. Die deutsche Vorreiterposition dürfe nicht überzogen werden.

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