Gestiegene Beschaffungskosten

VIK beschwert sich über steigende Regelenergiekosten

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat das Bundeskartellamt gebeten, den Regelenergiemarkt in Deutschland zu untersuchen. Es dränge sich der Verdacht auf, die derzeit noch wenigen Anbieter von Regelenergie (E.ON Netz und RWE Net) nutzten ihre marktbeherrschende Stellung missbräuchlich aus.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der dramatische Preisanstieg für Regelenergie hat den Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) zu Beschwerden beim Bundeskartellamt veranlasst. Nach Ansicht des VIK sind die Preiserhöhungen für Regelenergie nicht stichhaltig. Vielmehr dränge sich der Verdacht auf, die derzeit noch wenigen Anbieter von Regelenergie nutzten ihre marktbeherrschende Stellung missbräuchlich aus.

Die Beschwerden richten sich gegen die Übertragungsnetzbetreiber E.ON Netz GmbH und RWE Net AG. Erste hat die Netznutzungsentgelte bereits zum 1. Februar 2002 um etwa 18 Prozent in der Höchstspannungsebene erhöht. RWE Net hat eine Preiserhöhung um etwa zwölf Prozent in der Höchstspannung zum 1. Mai 2002 angekündigt. Die Netzbetreiber begründen die Preiserhöhungen mit den drastisch gestiegenen Beschaffungskosten für Regelenergie. Innerhalb eines Jahres seien die Preise für Primär- und Sekundärregelleistung um 90 bis 150 Prozent angestiegen.

Regelenergie stellt eine notwendige Systemdienstleistung der Netzbetreiber zum kontinuierlichen Ausgleich von Stromeinspeisungen und Stromverbrauch dar.

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