Vergleich

VIK bemängelt Netzentgelt-Abzocke bei 151 Netzbetreibern

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft hat die Netzentgelte von 1290 Netzbetreibern untersucht und dabei gravierende Unterschiede festgestellt. Bei insgesamt 151 Stromnetzen besteht der Verdacht, dass die Betreiber ihren Kunden überhöhte Netzentgelte in Rechnung stellen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Bei insgesamt 151 Stromnetzen besteht der Verdacht, dass die Betreiber ihren Kunden überhöhte Netzentgelte in Rechnung stellen. Dies sind nach Angaben des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) über 30 Prozent mehr Netzbetreiber als vor einem halben Jahr.

Basis der Untersuchung sei das zwischen der Elektrizitätswirtschaft und den Netzkunden ausgehandelte Vergleichskonzept nach Strukturklassen. Insgesamt wurden die Netzentgelte von 1290 Netzbetreibern untersucht. Betroffen sind nach Angaben des VIK 37 Prozent der Hochspannungsnetzentgelte (13 von 35 Unternehmen), sieben Prozent der Mittelspannungsnetzentgelte (44 von 609) und 15 Prozent der Niederspannungnetzentgelte (94 von 646). Dies zeigt die aktuelle VIK-Auswertung der Netznutzungsentgelte deutscher Stromnetzbetreiber.

Die immensen Preisunterschiede zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Netznutzungsentgelt bei vergleichbaren Netzbetreibern innerhalb einer Strukturklasse seien völlig überzogen, urteilt der VIK. Es sei höchste Zeit, im Rahmen der Regulierungsvorbereitungen ein wirkungsvolles Vergleichsmarktkonzept mit nur wenigen Strukturklassen und ein Konzept zur Anreizregulierung zu entwickeln. Nur so könne erreicht werden, dass zeitnah mit Beginn der Arbeit des Regulators auch tatsächlich sinkende Netzentgelte in nennenswertem Maße erreicht werden.

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