Systemanpassung

VIK befürchtet weiter steigende Regelenergiekosten

Regelenergiekosten im Erdgasnetz werden ab April 2010 exorbitant steigen, so der VIK, der die Interessen industrieller Energiekunden vertritt. Die Ursache dafür sei der aktuelle Umsetzungsbeschluss zum Bilanzierungssystem GABi Gas der Bundesnetzagentur, so der Verband.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Seit Einführung von GABi Gas, dem Bilanzierungssystem im Gasmarkt, ist die Regelenergieumlage laut VIK zum Teil um das 19-fache gestiegen. Sie liegt im Durchschnitt bei mittlerweile 0,8 Euro/MWh. Das führe zu jährlichen Umlagekosten für die Endverbraucher von mindestens 480 Millionen Euro, rechnet der Verband vor.

Nach einer erneuten Erhöhung der Regelenergieumlage zum 1. April 2010 wurde die Netzagentur aktiv. "Deren neue Vorgaben zur Anpassung des Systems sind aber weitgehend wirkungslos, denn das dringendste Problem, die Verhinderung der Ausnutzung des Systems zu Lasten der vor allen Dingen industriellen Kunden, wird damit auch nicht im Ansatz gelöst", so VIK-Geschäftsführerin Birgit Ortlieb.

Nach wie vor bleibe es günstiger, Gas durch gezielte Unterspeisung des Bilanzkreises über die Ausgleichsenergie zu beziehen als dafür den derzeit teuren heizölgebundenen Vertrag zu benutzen. Die dadurch gleichzeitig im Gasnetz entstehenden Fehlmengen müssten vom Netzbetreiber in Form von Regelenergie zugekauft werden. Nach eigenen Angaben hat beispielweise NetConnect Germany allein im Februar für 60 Millionen Euro Fehlmengen ausgleichen müssen. Diese Kosten werden per Regelenergieumlage über alle Verbraucher sozialisiert.

Die jetzt vom Regulierer vorgeschlagene einseitige Ausweitung der Asymmetrie bei der Spreizung der Ausgleichsenergiepreise könne das Ausnutzen des Systems allerdings nicht verhindern. Die Kosten würden damit weiter steigen und die "erheblichen Benachteiligungen" leistungsgemessener Kunden, insbesondere kleinerer Portfolien, blieben bestehen, so der VIK. Aus Sicht des Verband betreibe die Netzagentur lediglich Verschlimmbesserung, ohne das Übel an der Wurzel zu packen. Jetzt sei der Gesetzgeber gefordert.

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