Umfrage

Viele Online-Händler wollen Rückporto zahlen

Die Retourenkosten bei Online-Bestellungen werden einer Umfrage zufolge weiterhin von den meisten Unternehmen übernommen. Demnach haben sechs von zehn Unternehmen trotz neuer EU-Richtlinien vor, das Rückporto weiter zu zahlen.

Onlineshopping© Erwin Wodicka / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Ab Freitag dürfen die Online-Händler ihren Kunden die Kosten fürs Rückporto berechnen - doch die meisten werden dies nicht tun. Sechs von zehn Unternehmen der Branche (59 Prozent) sagten einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge, sie würden auch weiterhin die Retourenkosten übernehmen.

Im Zweifel AGB genau lesen

Zugleich rechnen die Online-Händler demnach mit weiter überdurchschnittlich steigenden Umsätzen: Ihr Geschäftsklima erreichte ein neues Rekordhoch. Amazon, Ebay, Zalando und Co steht es mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrichtlinie am 13. Juni frei, das Porto für Rücksendungen auf die Kunden abzuwälzen. Vor allem die großen Firmen werden dies aber laut Umfragen nicht machen. Kunden sollten im Zweifel in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schauen.

Weniger Rücksendungen

Die Rücksendequote sei in den vergangenen Monaten ohnehin gesunken, teilte der Branchenverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) in Berlin mit. Nur noch jedes sechste Unternehmen berichtet demnach von steigenden Rücksendungen - vor allem Versender von Lebensmitteln, Delikatessen, Wein, Tierbedarf, Möbel- und Dekorationsartikeln. Hier gaben 19 Prozent der Firmen mehr Rücksendungen an, im vergangenen Jahr waren es nur 13 Prozent gewesen.

Im Bereich Kleidung und Schuhe meldeten dagegen nur neun Prozent der Unternehmen gestiegene Rücknahmequoten, im Bereich Technik nur zehn Prozent, wie die Befragung ergab. Für die kommenden zwölf Monate gingen die meisten Firmen von einer gleich bleibenden Retourenquote aus. Der bevh ließ für die Studie mehr als 100 Entscheider der Branche befragen.

Sozial Medien sind bedeutsam

Immer wichtiger für die Online-Händler werden die sozialen Medien, wie die Umfrage weiter ergab. Vier von fünf Unternehmen sagten, insbesondere Facebook, Google+ und YouTube seien wichtig, um die Beziehung zu ihren Kunden zu qualifizieren und weiter auszubauen - und vor allem, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern.

Stetig steigende Umsätze

Der Online-Handel eilt seit Jahren von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um über 40 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro, wie der bevh bereits im Februar mitgeteilt hatte. Innerhalb von vier Jahren kletterte der Umsatz damit um das Zweieinhalbfache: von 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 39,1 Milliarden Euro im Jahr 2013.

Positive Aussichten

Auch die Erwartungen für die Zukunft sind laut der aktuellen Händler-Umfrage glänzend. Alle für das Geschäftsklima wichtigen Indikatoren wie Auftragseingang, Umsatz, Ertrag und Personalbestand verzeichneten demnach wesentlich positivere Werte als im Vorjahr; die Erwartungen für die kommenden Monate seien weiterhin steigend. Die Branche liege damit deutlich über dem Niveau der deutschen Gesamtwirtschaft.

40 Milliarden Gesamtumsatz erwartet

Die Zahl der Unternehmen, die Waren per Post versenden, wuchs laut Verband in den vergangenen fünf Jahren um 14,5 Prozent auf 3.200. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 5,8 Prozent auf rund 80.100. Der Online-Handel steht nach Angaben des Einzelhandelsverbands (HDE) für rund neun Prozent des Gesamtumsatzes. Insgesamt erwartet der HDE für dieses Jahr rund 440 Milliarden Euro Umsatz.

Quelle: AFP

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