Viel Gegenwind um nichts: Bundesverband Landschaftsschutz kürt "Bürgerwindpark" zum "Unwort des Jahres"

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Bundesverband Landschaftsschutz - kurz: BLS - ist offensichtlich kein Freund regenerativer Energie aus Windkraftanlagen. Und offensichtlich sind die BLS-Mitglieder auch nicht mit der Entscheidung einverstanden gewesen, dass der Begriff "national befreite Zone" von den Sprachexperten um den Frankfurter Philologie-Professor Horst Schlosser im vergangenen Jahr zum "Unwort des Jahres" gewählt wurde. Da gebe es nämlich einen besseren Begriff, ist sich der BLS sicher. Als da wäre: "Bürgerwindpark" - ein "in doppelter Weise irreführender und zynischer" Begriff, "sinnwidrig" zudem.



Kurzum: Der BLS deklariert für sich das Wort "Bürgerwindpark" zum "Unwort des Jahres". Ein Park, so der stellvertretende BLS-Vorsitzende Prof. Dr. Lothar Hoischen (Marburg) in seiner Erklärung, sei "ein vom Menschen zur Ruhe und Erholung angelegter Naturbereich". Windindustrieanlagen dagegen seien "eine unzumutbare Nervenbelastung der Bürger" und führten "zu extremen Natur- und Landschaftszerstörungen". Außerdem seien Windindustrieanlagen "eine skrupellose finanzielle Ausbeutung vieler Bürger durch wenige Hersteller und Betreiber der Windenergie". Sie würden, so Hoischen wörtlich, den Bürger durch große Immobilienwertverluste enteignen und den gesamten Lebensbereich des Menschen und der Tierwelt entwerten.



Angesichts der "schon mehr als 500 Bürgerinitiativen", die bundesweit gegen die "großen Schäden" durch die Windkraft protestierten, sei das Wort Bürgerwindpark "ein besonders rücksichtsloser Zynismus".



"Das von der gewinnorientierten Windkraft-Lobby geprägte Unwort Bürgerwindpark verdreht somit gezielt die Wahrheit: Windindustrieanlagen sind bürger- und umweltfeindlich", schließt Hoischen die Begründung der Jury ob dieser Preisverleihung.



Wer den Preis entgegennimmt, teilte der BLS leider nicht mit... ;-)

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