Milliarden-Investitionen

VGB PowerTech fühlt sich von Pfaffenberger-Studie bestätigt

Die am gestrigen Donnerstag vom VDEW vorgestellte Studie "Investitionen im liberalisierten Energiemarkt" von Professor Wolfgang Pfaffenberger kommt zu dem gleichen Ergebnis, wie die unter der Federführung des VGB PowerTech erstellte Machbarkeitsstudie zum Bau eines neuen Referenzkraftwerks auf Steinkohlenbasis in NRW.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die gestern im Rahmen der Pressekonferenz des VDEW in Berlin vorgestellte Studie "Investitionen im liberalisierten Energiemarkt - Optionen, Marktmechanismen, Rahmenbedingungen" von Professor Wolfgang Pfaffenberger, Leiter des bremer energie Institutes, kommt zu dem gleichen Ergebnis, wie die vom Land Nordrhein-Westfalen unter Federführung des VGB PowerTech erstellte Machbarkeitsstudie zum Bau eines neuen Referenzkraftwerks auf Steinkohlenbasis. Beide Analysen kommen zu dem Schluss, dass der vorhandene Kraftwerkspark, unter Beibehaltung eines ausgewogenen Energiemixes, in den nächsten Jahren in einer Größenordnung von 40.000 MW bis 50.000 MW erneuert werden muss und dass die Kohle hierbei auch künftig eine wesentliche Rolle spielen sollte. Notwendig für die anstehenden Investitionen der Energiewirtschaft in Milliardenhöhe sei allerdings ein seit Jahren von der Politik gefordertes energiepolitisches Gesamtkonzept, heißt es seitens VGB PowerTech. VGB PowerTech ist ein international tätiger Verband der Erzeuger von Strom und Wärme mit Mitgliedsunternehmen aus 29 Ländern

Einen idealen Energieträger, der gleichermaßen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz erfüllt, gebe es nicht. Daher müssten alle Erzeugungsoptionen offen gehalten werden und hierfür gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen. In diesem Zusammenhang könnten moderne Kohlenkraftwerke nicht nur zur Minimierung der Preis- und Versorgungsrisiken beitragen, sondern durch Wirkungsgrade von 46 Prozent und mehr auch erheblich zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen.

Durch die weitere Optimierung von Werkstoffen, Komponenten und Verfahrenstechniken in laufenden Forschungsprojekten ergebe sich dabei für zukünftige Kohlenkraftwerke ein zusätzliches Entwicklungspotenzial. Damit auch "morgen" der Strompreis in einem volkswirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleibe, sei es notwendig, für den Grund- und Mittellastbereich kostengünstige Energieträger wie etwa die Kohle einzusetzen. Dabei müssten Preiseffekte, die beispielsweise aus dem CO2-Zertifikatehandel resultieren, moderat und kalkulierbar sein, damit notwendige Investitionen nicht blockiert würden und der Industriestandort Deutschland auch in Zukunft auf einer umweltverträglichen Basis ausreichend und preiswert mit Energie versorgt werden könne.

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