Ab Dienstag

Verwaltungsgerichtshof verhandelt über atomare Zwischenlager

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof verhandelt ab Dienstag nächster Woche über den geplanten Bau der drei bayerischen Atommüll-Zwischenlager in Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Ohu bei Landshut. Betrieben werden die drei Kernkraftwerke von den Energiekonzernen RWE und E.ON.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-bay/sm) - Nach Angaben des Forums "Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik" werden dabei erstmals in Deutschland öffentlich die Klagen von Anrainern und Atomkraft-Gegnern gegen atomare Zwischenlager erörtert.

Die Einwände gegen die Anlagen konzentrieren sich auf Sicherheitsfragen, wie der Sprecher des Forums, Raimund Kamm, am Donnerstag in München sagte. Laut Kamm bieten die Hallen der Zwischenlager "keinen Schutz gegen Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe". Die Hallen seien einfach gebaute, an "moderne Möbelhäuser" erinnernde Konstruktionen, die den eingelagerten Castor-Behältern "absolut keinen Schutz" bieten, kritisierte der Sprecher. Er warf der Atomkraft-Lobby vor, mit dem Bau der neuen Zwischenlager zudem eine Betriebsverlängerung der Kernkraftwerke im Schilde zu führen.

Bayern ist nach Angaben des Bundes Naturschutz (BN) das Bundesland mit den meisten Reaktoren in Deutschland. Die Staatsregierung und die Genehmigungsbehörden verfolgten in Sachen Atompolitik eine "Geheimhaltungsstrategie", sagte der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger. "Doch auf die Verdummungsstrategie der Betreiber ist die bayerische Bevölkerung nicht hereingefallen", begründete er den "großen Widerstand" gegen die bayerischen Zwischenlager.

Betrieben werden die drei Kernkraftwerke von den Energiekonzernen RWE und E.ON. Nach Aussagen der Umweltschützer sind die Hallen der Zwischenlager bereits "so gut wie fertig". Die Betreiber könnten unverzüglich mit der Einlagerung von Brennelementen beginnen. Der bayerische Prozess gegen die Atomlager sei "richtungsweisend für ganz Deutschland".

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