Ab 15. Dezember

Versorger informieren Verbraucher über Herkunft des Stroms

Gemeinsam mit der dena stellte der VDEW heute in Berlin das neue Stromkennzeichen vor, das die Verbraucher ab 15. Dezember auf Rechnungen und Werbemitteln über die Zusammensetzung des gelieferten Stroms informiert. Verbraucherverbände und Umweltschützer zeigten sich wenig begeistert.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die knapp 900 deutschen Stromunternehmen informieren ab 15. Dezember die Verbraucher auf den Rechnungen über die Zusammensetzung des gelieferten Stroms. "Die neue Stromkennzeichnung veranschaulicht den Energiemix des einzelnen Stromlieferanten und zeigt zum Vergleich die entsprechenden bundesweiten Werte", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, dazu heute in Berlin. Die Versorger kommen damit Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes nach, das eine EU-Richtlinie umsetzt.

Die Zusammensetzung des Stroms jedes einzelnen Lieferanten werde künftig prozentual nach Kernenergie, erneuerbaren Energien und fossilen Brennstoffen ausgewiesen. Zudem werde über die bei der Produktion anfallenden Mengen Kohlendioxid und radioaktiven Abfall informiert. Im Bundesdurchschnitt stammen heute den Angaben zufolge 60 Prozent des Stroms aus fossilen Brennstoffen wie Kohle und Gas, 30 Prozent aus Atomkraft und zehn Prozent aus erneuerbaren Energien. Die Kohlendioxid-Emissionen betrügen im Durchschnitt 550 Gramm und der radioaktive Abfall 0,0008 Gramm je Kilowattstunde Strom.

Die Kennzeichnung schaffe Transparenz und ermögliche es den Verbrauchern, den Energieträgermix der Stromlieferung und die damit verbundenen Umweltauswirkungen in ihre Entscheidung über die Wahl des Lieferanten einzubeziehen, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler.

Verbraucherschützer kritisierten die Kennzeichnung hingegen als nicht weitgehend genug. "Eine stärkere Ausdifferenzierung wäre wünschenswert gewesen", sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Vor allem bei den erneuerbaren Energien, sei nicht erkennbar, um welche Art es sich handele. Die Deutsche Umwelthilfe bemängelte eine unzureichende Differenzierung bei den fossilen Brennstoffen, die sehr unterschiedlich zum globalen Klimawandel beitragen. Möglichkeiten zur Verbrauchertäuschung ergäben sich zudem durch den Einkauf von Strom. Auch der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick kritisierte diese Lücken scharf. Zudem verharmlose die Angabe des Anfalls von radioaktivem Abfall in Gramm pro Kilowattstunde die Strahlenrisiken des Atommülls.

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