Verlieren 90 Prozent der Stadtwerke ihre Selbstständigkeit?

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
90 Prozent der kommunalen Energieversorger werden ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit bis zum Jahr 2003 verlieren - das zumindest schätzen Energieexperten der Mummert und Partner Unternehmensberatung (Hamburg). Forderungen aus der Politik, Stadtwerke vor dem Wettbewerb zu schützen, seien vor dem Hintergrund der fortgeschrittenen Liberalisierung realitätsfern. Insbesondere die EU-Kommission würde eine Rückkehr zum Protektionismus nicht akzeptieren.



Die Liberalisierung des deutschen Strommarktes werde zu einer Fusionswelle auf dem Energiesektor führen, glaubt man bei Mummert und Partner: "Die Branche wird sich grundlegend verändern". Seit langem hätten sich die deutschen Energieversorger - auch die kommunalen Anbieter - auf den Wettbewerb vorbereiten können. Eine erneute Regulierung zum Schutz der Stadtwerke würde nun mehr zu einer Klagewelle der großen Energieversorger um Schadensersatzforderungen führen.



Aber nicht nur die wirtschaftlichen und juristischen Auswirkungen einer "Sonderbehandlung", sondern vor allem die politischen Folgen seien nicht zu unterschätzen. Gerade im Hinblick auf die Brüsseler Wettbewerbshüter, ist man sich bei Mummert und Partner sicher, scheinen die Forderungen der SPD chancenlos. Spätestens bis 2003 müssten etwaige Sonderregelungen wieder zurückgenommen werden, denn bis zu diesem Zeitpunkt müssen nach EU-Recht auch Privatkunden ihren Stromanbieter frei wählen können - das Problem würde lediglich aufgeschoben werden. Sollte es tatsächlich Ausnahmeklauseln für Stadtwerke geben, wären die Verbraucher bei dieser Wettbewerbsverzerrung die Verlierer.


(ots)

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