Erfolgsmeldung

Verlegung der Ostseepipeline läuft zügiger als geplant

Nach Angaben des Betreiberkonsortiums Nord Stream geht die Verlegung der deutsch-russischen Erdgaspipeline durch die Ostsee zügiger voran als geplant. Inzwischen habe das vor Mecklenburg-Vorpommerns Küste operierende italienische Verlegeschiff die Randschwelle des Greifswalder Boddens erreicht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp/red) - Derzeit werde der zweite Strang durch eine etwa sechs Meter tiefe Flachzone zwischen Thiessow auf Rügen und der Insel Ruden verlegt, sagte Projektleiter Georg Nowack am Donnerstag. An dieser Stelle hatten vor einem Jahr Spezialtaucher ein Schiffswrack einer mittelalterlichen Sperrkette geborgen, um Platz für die Erdgastrasse zu schaffen.

Insgesamt wurden vor dem Anlandepunkt Lubmin bereits 14 Kilometer des ersten und 6 Kilometer des zweiten Leitungsstrangs verlegt. Damit liege man zwei Wochen vorfristig im Zeitplan, sagte Nowack. Es sei bislang zu keinen größeren wetterbedingten Unterbrechungen gekommen. Zudem bewähre sich das weltweit zum ersten Mal erprobte Verfahren, wonach zwei dicht nebeneinander liegende Stränge in einer für Seeverhältnisse engen Kurve mit einem Radius von nur 1,5 Kilometern durch den Greifswalder Bodden geführt werden.

Die Leitungen mit einem Durchmesser von jeweils 1,2 Metern werden in einem Unterwassergraben abgelegt, der von insgesamt neun Schwimmbaggern auf einer Strecke von 27 Kilometern in den Meeresgrund gegraben und nach der Verlegung wieder verfüllt wird. Die Arbeiten an dem quer durch das Küstenmeer führenden Graben werden voraussichtlich in der kommenden Woche abgeschlossen.

Insgesamt liegen inzwischen rund 250 Kilometer der ersten Leitungstrasse in der Ostsee. Neben dem Anlandeabschnitt vor Lubmin wurden inzwischen auch die jeweils 7,5 Kilometer langen Zwillingsleitungen vor der russischen Küste sowie ein 230 Kilometer langer Seeabschnitt vor Schweden und Finnland fertiggestellt.

Zur Unterstützung der Verlegearbeiten wird Ende August zusätzlich das weltweit größte Pipelineverlegeschiff im teilweise munitionsverseuchten Finnischen Meerbusen zum Einsatz kommen. Die von der Schweizer Firma Allseas betriebene "Solitaire" kann sich im Unterschied zu den beiden anderen, über Ankerketten positionierten Verlegeschiffen selbstständig bewegen. An Bord des 300 Meter langen Schiffs, das derzeit in Rotterdam für den Ostseeeinsatz ausgerüstet wird, werden 420 Menschen tätig sein.

Auch in Lubmin gehen die Bauarbeiten zügig voran. Nach der Anlandung der beiden Pipelinestränge im Juli wird der 550 Meter lange Spundwanddamm des Trassenkorridors bereits wieder zurückgebaut. Zudem begannen Betonarbeiten für die Anlandestation.

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