Castor-Transport

Verladung der Atommüllbehälter in Dannenberg dauert an

Im niedersächsischen Dannenberg werden seit dem frühen Montagmorgen weiterhin die insgesamt elf Atommüllbehälter für das Zwischenlager Gorleben von Waggons auf Spezial-Lkw verladen. Dies wird vermutlich noch mehrere Stunden dauern.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dannenberg (ddp-nrd/sm) - Voraussichtlich noch im Verlauf des Montags soll dann der aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague kommende Atommüll auf der Straße ins 20 Kilometer entfernte Zwischenlager transportiert werden.

Zuvor muss die Polizei allerdings noch die Transportstrecke frei bekommen. Die Zufahrt des Zwischenlagers wurde am Montagmorgen weiterhin von mehreren hundert Atomkraftgegnern blockiert, wie ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage sagte. Außerdem versperrten nach wie vor rund 40 Traktoren eine Straße in Quickborn. Dort entlang führt die sogenannte Nordstrecke, eine von zwei möglichen Routen des Atommülltransports ins Zwischenlager.

Trotz massiver Proteste und Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Atomkraftgegnern hatte der Zug nach Polizeiangaben am Montagmorgen um 01.13 Uhr den Dannenberger Bahnhof erreicht. Zuvor musste er auf dem letzten Teilstück zwischen Lüneburg und Dannenberg wiederholt kurzzeitig stoppen. Bei Leitstade kletterten drei Aktivisten auf einen der Waggons. Sie wurden nach Polizeiangaben aber bereits kurze Zeit später wieder heruntergeholt.

Der Transport war am Freitagabend in Frankreich gestartet. Am Samstag hatten rund 14.500 Menschen in Gorleben demonstriert, so viele wie seit Jahren nicht mehr.

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