Finanzkrise

Verkauf der Berliner Gasag offenbar gescheitert

Der Verkauf des größten Berliner Gasversorgers Gasag ist nach einem Medienbericht geplatzt. Die Energiekonzerne Eon und Vattenfall zogen ihr Verkaufsangebot für den Gasanbieter zurück, wie die "Berliner Zeitung" am Samstag unter Berufung auf einen Vattenfall-Sprecher berichtete.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Sprecher sagte dem Blatt, "wir haben aufgrund der Finanzkrise keine Angebote erhalten, die unseren Vorstellungen entsprachen". Ein Sprecher von Eon sagte lediglich, es gebe bislang keine Entscheidung über einen etwaigen Gasag-Verkauf. Vattenfall will seine Gasag-Anteile nun erst einmal behalten. Ein weiteres Verkaufsverfahren sei nicht geplant, sagte der Sprecher.

Eon und Vattenfall halten zusammen die Mehrheit an der Gasag, Europas größtem regionalen Gasversorger. Eon besitzt über seine Tochter Eon Ruhrgas 36,9 Prozent der Anteile, Vattenfall 31,6 Prozent. Verhandlungsteilnehmern zufolge scheiterten die Verkaufsgespräche am Preis, wie es in der "Berliner Zeitung" heißt. Während Eon und Vattenfall zusammen mindestens knapp 700 Millionen Euro einnehmen wollten, habe der zum Schluss verbliebene Interessent Thüga deutlich weniger geboten. Die Thüga ist Deutschlands fünftgrößter Energiekonzern.

Die Gasag versorgt etwa 650.000 Kunden in Berlin und Umgebung mit Gas und baut derzeit ein deutschlandweites Geschäft auf. Der Umsatz lag 2009 bei 1,14 Milliarden Euro, der Gewinn unterm Strich bei 91 Millionen Euro.

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