Radioaktiver Flüssigabfall

Verglasung der Atomsuppe hat begonnen

Auf dem Gelände der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) ist erstmals eine geringe Menge des dort lagernden hochradioaktiven Flüssigabfalls verglast und damit in eine transportable Form überführt worden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Karlsruhe/Leopoldshafen (ddp/red) - Die WAK GmbH teilte am Montag in Leopoldshafen bei Karlsruhe mit, dass am Wochenende in der Verglasungsanlage (VEK) "die erste Kokille mit radioaktivem Abfallglas befüllt" worden sei. Bislang seien sämtliche Tätigkeiten "störungsfrei" abgelaufen.

Über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren sollen 130 Kokillen - also endlagerfähige Glasblöcke in Edelstahlbehältern - produziert werden. Diese sollen in Castor-Behältern in das atomare Zwischenlager der Energiewerke Nord bei Greifswald transportiert werden.

60.000 Liter Atomsuppe

Insgesamt sollen rund 60.000 Liter "Atomsuppe" verglast werden. Den Angaben zufolge wurden am Dienstag vergangener Woche zunächst 50 Liter der Abfalllösung in einen der VEK-Behälter geleitet. Diese geringe Menge radioaktiven Flüssigabfalls sei mit rund 1800 Litern nicht radioaktivem Simulats gemischt worden. Seit Freitag wurde diese »verdünnte Abfalllösung" kontinuierlich in den Schmelzofen in der VEK eingespeist, in dem die Lösung bei 1200 Grad Celsius in Glas eingeschmolzen wird. Am Montag sei die Befüllung der ersten Kokille mit dieser verdünnten radioaktiven Glasschmelze abgeschlossen worden. Jede Kokille werde mit 400 Kilogramm Abfallglas befüllt.

Der routinemäßige Verglasungsbetrieb mit der Produktion hoch radioaktiver Kokillen, bei denen die Abfalllösung nicht verdünnt ist, wird laut WAK GmbH voraussichtlich erst Ende September aufgenommen.

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