Atomkraftgegner belauscht

Verfahren gegen EDF wegen Greenpeace-Bespitzelung

In der Affäre um die Bespitzelung von Atomkraftgegnern hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den Energiekonzern EDF eingeleitet. Dem Staatsunternehmen werde Mittäterschaft beim Eindringen in Computersysteme von Greenpeace vorgeworfen, sagte EDF-Anwalt Alexis Gublin am Freitag in Paris. EDF weise die Vorwürfe weiter zurück und werde Beschwerde dagegen einlegen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - EDF soll über eine Sicherheitsfirma 2006 unter anderem den Computer des ehemaligen Verantwortlichen der Greenpeace-Kampagnen in Frankreich, Yannick Jadot, ausspioniert haben. Jadot wertete das Ermittlungsverfahren nun als Beleg dafür, dass es sich nicht "um isolierte Vorfälle gehandelt hat, sondern um eine systematische Politik von EDF". Er verlange deshalb die sofortige Beurlaubung von EDF-Chef Pierre Gadonneix.

Das Energieunternehmen macht für die Spionage dagegen allein das Sicherheitsunternehmen Kargus Consultant verantwortlich. Es war von EDF beauftragt worden, Aktionen von Atomkraftgegnern zu überwachen. Laut dem Energieunternehmen hat die Firma dabei eigenmächtig illegale Bespitzelungsaktionen eingeleitet. EDF als Unternehmen hatte bisher in der Affäre Zeugenstatus. Gegen zwei EDF-Angestellte waren aber bereits in den vergangenen Monaten Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

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