Machtkampf

Verbundnetzgas AG verkauft ihr Flüssiggasgeschäft

Der um seine Eigenständigkeit ringende ostdeutsche Energieversorger Verbundnetz Gas AG (VNG) wird sein Flüssiggasgeschäft an die Gugas GmbH in Altentreptow verkaufen. Das Geschäft werde heute wirksam, teilte die VNG in Leipzig am Dienstag mit.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp.djn/sm) - Über den Kaufpreis hätten beide Partner Stillschweigen vereinbart. Mit dem Verkauf an Gugas gehe der gesamte Geschäftsbereich Flüssiggas an das Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, das auch bisher schon einen Großteil dieser Aktivitäten im Auftrag der VNG wahrgenommen habe.

Der neue Eigentümer werde alle bestehenden Verpflichtungen und Verträge übernehmen, so dass den Angaben zufolge auf die Kunden keine Änderungen zukommen, hieß es. Die VNG-Gruppe habe das Flüssiggasgeschäft seit 1997 betrieben. Ihr Kerngeschäft bestehe jedoch im Handeln, Transportieren und Speichern von Erdgas. 2007 hat VNG nach eigenen Angaben etwa 7500 Tonnen Flüssiggas an 16 Stadtwerke, Regionalgasversorger und andere Kunden verkauft.

Um den Einfluss bei dem Leipziger Gasversorger gibt es derzeit einen Machtkampf. Der Oldenburger Energieversorger EWE, der bereits 47,9 Prozent an dem Unternehmen hält, will seine Beteiligung weiter ausbauen und die Anteile der ostdeutschen Stadtwerke an der VNG übernehmen. Dadurch würden diese ihre Sperrminorität von 25 Prozent verlieren und EWE könnte seinen Anteil auf über 50 Prozent anheben. Die sächsische Staatsregierung befürchtet eine Verlagerung des Firmensitzes, sollte EWE die Oberhand bei VNG bekommen. Damit würde Ostdeutschland seinen größten eigenständigen Konzern verlieren.

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