Befürchtungen

Verbrennung des Ölteppichs vor Mexiko erwogen (Upd.)

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko erwägen die US-Behörden nach eigenen Angaben, den Ölteppich im Meer kontrolliert zu verbrennen. Bislang seien alle Versuche, mit Unterwasserrobotern die Lecks auf der gesunkenen Bohrinsel zu stopfen, gescheitert.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

New Orleans (afp/red) - Das sagte eine Sprecherin der US-Küstenwache, Mary Landry, am Dienstag (Ortszeit) zur Begründung. Die Rettungskräfte hatten am Dienstag zudem mit dem Bau einer riesigen Schutzglocke zur Abdeckung der gesunkenen Bohrinsel begonnen, die verhindern soll, dass sich der Ölteppich weiter ausbreitet. Er bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi und ihre Ökosysteme.

Sollte es nicht gelingen, die Bohrlöcher zu stopfen, könne sich dies zu einer der "bedeutendsten Ölkatastrophen der US-Geschichte" ausweiten, sagte Landry nach den Folgen im Vergleich zum Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989 befragt. Damals hatten rund 50.000 Tonnen Öl die Küste im Süden Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern verseucht. Es war die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Auf der Plattform "Deepwater Horizon", die dem Unternehmen Transocean gehört und von BP betrieben wird, hatte sich vor gut einer Woche eine gewaltige Explosion ereignet. Zwei Tage später sank die Bohrinsel, elf Arbeiter galten bis Dienstag weiter als verschollen. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, bestand praktisch nicht mehr.

Die Ölpest bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi. Dort befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken. Pro Tag laufen tausend Barrel (rund 159.000 Liter) aus zwei Lecks.

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