Sammelklage

Verbraucherzentrale verklagt zwei sächsische Gasversorger

Gemeinsam mit 536 Verbrauchern hat die Verbraucherzentrale Sachsen zwei Sammelklagen gegen die Gaspreiserhöhung der Versorger Gasversorgung Sachsen Ost und Erdgas Südsachsen eingereicht. Erreicht werden soll zumindest eine teilweise Rücknahme der Preiserhöhungen von 13 bzw. 15,9 Prozent.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Mit der Erhöhung von Gaspreisen müssen sich in Sachsen jetzt Gerichte beschäftigen. Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) hat Klagen gegen die Versorger Erdgas Südsachsen und Gasversorgung Sachsen Ost bei Gericht eingereicht. Die Klagen würden von 536 Verbrauchern unterstützt, teilte die Verbraucherzentrale am Freitag in Leipzig mit. Insgesamt seien bei der VZS in den vergangenen Monaten knapp 1500 Beschwerden über hohe Gaspreise eingegangen.

Die beiden Versorger hatten im Sommer angekündigt, ihre Gaspreise um 13 beziehungsweise 15,9 Prozent zu erhöhen. Nach Einschätzung der VZS sind diese Preisanhebungen von den Monopolanbietern aber nicht hinreichend begründet worden. Nur der bloßer Verweis auf gestiegene Weltmarktpreise reiche nicht aus, sagte Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale.

Mit der Klage, die jetzt bei den Landgerichten in Dresden und Chemnitz eingereicht wurde, wolle man zunächst die Offenlegung der Preiskalkulation der Versorger erreichen, so Schmidt auf ddp-Anfrage weiter. Letztlich peile man aber auch eine zumindest teilweise Rücknahme der Preiserhöhungen an. Hoffnung gebe eine zurzeit in Hamburg anhängige Klage gegen den Anbieter E.ON-Hanse, der per Gericht bereits zur Offenlegung seiner Kalkulation gezwungen worden sei.

Dass sich die Klagen zunächst gegen diese beiden Anbieter richteten, sei in erster Linie dem Zeitfaktor geschuldet, erklärte Schmidt weiter. Die Unternehmen hätten bereits im Sommer die Erhöhungen angekündigt, so dass genügend Zeit geblieben sei, die Klagen vorzubereiten. Mit einer Entscheidung der Gerichte rechne man in etwa einem halben Jahr.

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