Ablehnung

Verbraucherzentrale Bundesverband lehnt Verlängerung der Atomlaufzeiten ab

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzvb) hat die Pläne der Union für eine Verlängerung der Laufzeiten kritisiert. Sie würden die die Strukturen von vorgestern konservieren und Anreize für mehr Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien verhindern, so Prof. Dr. Edda Müller, vzbv-Vorstand.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzvb) hätten die hohen Energiepreise auch für die Konsumenten die Grenzen des Erträglichen erreicht und würden damit Kaufkraft und Binnennachfrage schwächen. Gleichzeitig seien bestehende Wettbewerbsvorteile der heimischen Wirtschaft bei neuen Energietechnologien in Gefahr. Denn durch die Laufzeitverlängerung würde der Druck genommen, durch größere Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energie aus der immer teureren Abhängigkeit von Energieimporten auszusteigen.

Statt auf eine künstliche Atempause durch die Atomkraft zu setzen, will der vzbv die Energierechnung für die Haushalte durch mehr Energieeffizienz entlasten. Würden die bereits vorhandenen Effizienzpotentiale bei Gebäuden, Autos und elektrischen Geräten genutzt, ließen sich nach dem im Juni 2005 veröffentlichen EU-Grünbuch zur Energieeffienz je Haushalt bis zu 1000 Euro im Jahr einsparen.

Vor allem bei Gebäudeenergie gäbe es nach Ansicht der vzbv erhebliche Einsparpotentiale, die bisher nicht genutzt würden. Zwar gebe es bei der Gebäudesanierung verbindliche Vorgaben zur Energieeinsparung. Die meisten Sanierungen würden jedoch so unsachgemäß vorgenommen, dass die angestrebten Einsparungen verpuffen. "Dem Pfusch am Bau muss angesichts der hohen Belastungen der Verbraucher durch strengere Kontrollen und Bußgelder Einhalt geboten werden", forderte Edda Müller.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband bezweifelt, dass sich die Strompreise durch Laufzeitverlängerung verringern werden. Sofern Preissenkungen in Höhe von 20 Milliarden Euro tatsächlich möglich sind, sollen diese nach dem Willen der Union je zur Hälfte den Erzeugern und den Industriekunden zu Gute kommen - die Verbraucher würden leer ausgehen.

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