Zu viel!

Verbraucherverband: RWE- und TEAG-Kunden sollen Entgelte zurückfordern

Nach den Verfügungen, die das Bundeskartellamt letzte Woche gegen die TEAG wegen zu hoher Messpreise und gegen RWE Net wegen zu hoher Netznutzungsgebühren erlassen hat, hat der Bund der Energieverbraucher betroffenen Kunden jetzt empfohlen, zu viel gezahlte Stromgebühren jetzt zurückzufordern.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Der Bund der Energieverbraucher hat die beiden Verfügungen des Bundeskartellamtes gegen TEAG und RWE Net begrüsst: "Endlich setzt die zuständige Behörde dem Gewinnstreben der Strombranche Schranken. Damit ist aktenkundig, dass den Stromverbrauchern in den vergangenen Jahren überhöhte Preise abverlangt wurde. Dieses Geld sollten sich Verbraucher jetzt zurückholen."

Die bei Haushaltskunden zuviel kassierten Strompreise summieren sich laut Bund der Energieverbraucher jährlich auf einen Betrag von knapp sieben Milliarden Euro. Jeder Haushalt bräuchte 140 Euro jährlich weniger für Strom zahlen, wenn die deutschen Netznutzungsentgelte auf EU-Durchschnittsniveau lägen. "Die Verfügungen des Bundeskartellamts sind eine schallende Ohrfeige für den verhandelten Netzzugang, dem am 14. Februar dieses Jahres vom Bundestag ein öffentlich rechtlicher Status verliehen wurde. Es ist allerhöchste Zeit, nun endlich den Netzzugang verbindlich und diskriminierungsfrei zu ermöglichen. Der Bundestag muss dafür umgehend entsprechende Regelungen treffen, entsprechend dem Beschluss des EU-Ministerrats vom 25. November 2002. Die Regierungsparteien müssen nun endlich handeln. Ausreden sind nach fünf Jahren Regierungsverantwortung nicht mehr erträglich."

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