"Dagobert-Treppe"

Verbraucherschützer kritisieren rasante Strompreisentwicklung

Der Bund der Energieverbraucher hält es für ein "peinliches Ablenkungsmanöver", dass die Energieversorgungsunternehmen steigende Strompreise mit steigenden staatlichen Abgaben begründen. Während die übrige Wirtschaft einen Höchststand an Insolvenzen verzeichne, kassiere die Stromwirtschaft ab.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (red) - Die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Strompreisentwicklung privater Haushalte zeigen seit 2000 einen treppenförmigen Anstieg der Strompreise. Selbst nach Abzug der Stromsteuer bliebe ein Anstieg der Preise seit 2000 um mehr als 1,5 Cent je Kilowattstunde, bringt der Bund der Energieverbraucher seine jüngste Kritik auf den Punkt

"Der Anstieg der Strompreise seit dem Jahr 2000 hat nichts mit höheren staatlichen Abgaben oder Steuern zu tun. Denn selbst nach deren Abzug zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Beträge, die der Stromwirtschaft verbleiben", kommentiert Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. Gleichzeitig wird er deutlich: "Während die übrige Wirtschaft einen Höchststand an Insolvenzen verzeichnet, kassiert die Stromwirtschaft und schiebt das dann auch noch auf den Staat. Ein peinliches Abblenkungsmanöver!"

Zudem würden die überhöhten Strompreise den Verbrauchern Kaufkraft entziehen, wettert Peters weiter. Der Bund der Energieverbraucher schätzt, dass durch angemessene Strompreise per Saldo 115 000 neue Arbeitsplätze entstehen würden.

Weiterer Kritikpunkt: Im Strompreis für Haushaltskunden sei seit Jahrzehnten ein erheblicher Betrag für den Ersatz alter Kraftwerke durch neue Anlagen enthalten. "Diese Beträge müssen jetzt auch zweckentsprechend eingesetzt werden. Es geht nicht an, dass Verbraucher den Kraftwerksneubau ein zweites Mal bezahlen müssen", fasst Peters abschließend zusammen.

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