Milliarden-Kosten

Verbraucherschützer fordern weniger Solarförderung

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die Bundesregierung "dringend" aufgefordert, die Milliarden teure Solarstromförderung zu kürzen. Mit der im EEG festgelegten Einspeisevergütung koste der Solarstrom rund sechsmal so viel wie der Strom an der Börse.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/red) - "Für die bis zum Jahr 2013 installierten Solaranlagen werden die Stromabnehmer nach Schätzungen 77 Milliarden Euro an Einspeisevergütung während der 20-jährigen Förderzeit zu zahlen haben", kritisierte der Präsident des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, laut "Focus" in einem Brief an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

Wie das Nachrichtenmagazin weiter aus dem Brief zitiert, wird die Einspeisevergütung für Solarstrom harsch kritisiert, die mit bis zu 43 Cent pro Kilowattstunde rund sechsmal höher als der durchschnittliche Börsenpreis für Strom liege. "Es ist daher dringend geboten, bereits für das Jahr 2010 die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen um 30 Prozent zu reduzieren", mahnte Billen. Die aktuellen Vergütungssätze waren Ende Mai des vergangenen Jahres in einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes festgesetzt worden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Offshore-Windkraft

    Offshore-Windparks: Förderkosten sinken nach erster Ausschreibung

    Für Offshore-Windparks ist gerade die erste Ausschreibungsrunde beendet worden. Damit werden deutliche Kosteneinsparungen erreicht, teilt die Bundenetzagentur mit. 2017 wird es noch zwei weitere Runden geben.

  • erneuerbare Energien

    Experten warnen bei Offshore-Windkraft vor dem Preissturz

    Experten zufolge wird Offshore-Windenergie bald deutlich günstiger. Der Ausbau neuer Anlagen sollte deshalb wieder beschleunigt werden. Der frühere Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte den Ausbau wegen hoher Kosten gebremst.

  • Strompreise

    Neuartiges Solarturmkraftwerk in Jülich eröffnet

    Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat am Donnerstag in Jülich ein neuartiges Sonnenkraftwerk eröffnet. Das Projekt sei ein "Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Markteinführung dieser Zukunftstechnologie", sagte Gabriel laut Mitteilung.

  • Strom sparen

    Verbraucherschützer durch Energiemarkt-Gutachten bestätigt

    Der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Holger Krawinkel, hat das Sondergutachten der Monopolkommission über die Gas- und Strommärkte gelobt. "Das ist eine aussagekräftige Bestätigung unserer Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung", sagte er der "Frankfurter Rundschau".

  • Strom sparen

    Schröder und Steinmeier werben für Energiewende

    Alt-Kanzler Gerhard Schröder und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier haben gemeinsam für einen ökologischen Umbau der Wirtschaft geworben. Schröder wies auf einer Veranstaltung darauf hin, dass es die rot-grüne Bundesregierung gewesen sei, die in Deutschland die notwendige Wende in der Energiepolitik eingeleitet habe.

Top