Zu wenig Wettbewerb

Verbraucher-Zentrale Sachsen: Viele Hemmnisse beim Stromanbieter-Wechsel

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt moniert die Hemmnisse, die es immer noch beim Wechsel des Stromanbieters gibt. Nur wer sich vorher informiert, kann sich Ärger ersparen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Seit über zwei Jahren kann der private Verbraucher seinen Stromlieferanten frei wählen, um damit Kosten zu sparen. Inzwischen hat das Interesse an diesem Schritt sehr nachgelassen und dafür gibt es nach Auffassung der sächsischen Verbraucher-Zentrale mehrere Gründe. So scheue sich der Wechselwillige beispielsweise vor den Problemen, die im Dreiecksverhältnis zwischen Verbraucher, neuem und altem Versorger auftreten können. Schließlich sei nicht immer klar, ob der Wechsel bei Kündigung des alten Vertrages und bei Abschluss einer neuen Vereinbarung auch wirklich zustande kommt. Dadurch könne es beim monatlichen Pauschalbetrag zu doppelten Abbuchungen kommen.

Ebenso unerfreulich sei es, wenn trotz Kündigung des bisherigen Vertrages, der ehemalige Versorger danach mitteilt, dass man nun wieder Kunde bei ihm sei. Das geschehe immer dann, wenn der neue und der alte Versorger noch gar keine vertraglichen Beziehungen über eine Netznutzung oder über eine Durchleitung abgeschlossen hätten. Oder es stehen Zahlungen über eine Netznutzung aus, die gewöhnlich der neue Versorger mit übernimmt. Nach Erfahrung der Verbraucherschützer tauchen da dann plötzlich Wechselgebühren und nicht überschaubare Netznutzungsgebühren auf oder es werden Registrierungsgebühren sowie unterschiedliche Preise bei Mehr- oder Minderverbrauch verlangt. "Wer sich Ärger ersparen will", rät Roland Pause, Stromexperte bei der Verbraucher-Zentrale Sachsen, "sollte sich unbedingt vorher informieren, ob der neue Stromlieferant überhaupt in den Bereich des bisherigen Versorgers liefern kann." Es ist außerdem darauf zu achten, ob im Angebotspreis alle zusätzlichen Kosten wie beispielsweise Ökosteuer, Mehrwertsteuer oder Netznutzungsentgelt enthalten sind. "Auch der Abschluss von mehreren Verträgen wie Stromliefervertrag und Netznutzungsvertrag", so Pause weiter, "hält viele Verbraucher von ihrem Wechselwunsch ab. Nicht zuletzt bieten manche alte Versorger jetzt günstigere Konditionen für die Stromlieferung an, so dass sich ein Wechsel nicht mehr lohnt."

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