Studie

Verbraucher zahlen offenbar drei Milliarden Euro zu viel für Strom

Die Energiekonzerne kassieren in diesem Jahr offenbar beim Strompreis bis zu drei Milliarden Euro zu viel von den Verbrauchern. Wie die "Saarbrücker Zeitung" (Freitagsausgabe) berichtet, geht dies aus einer neuen Strompreis-Studie der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Steckdose© Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia.com

Saarbrücken/Berlin (AFP/red) - Demnach sind die Preise im Stromeinkauf im vergangenen Jahr um bis zu einem Fünftel gefallen. "Aktuell müsste der Strompreis zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der Vergangenheit entsprechend weitergereicht hätten", heißt es in der Expertise des Leverkusener Energieexperten Gunnar Harms. Da dies aber nicht geschehen sei, bezahlten die privaten Haushalte "circa drei Milliarden Euro" zu viel für Strom. Harms sagte der Zeitung, er habe seiner Berechnung den privaten Jahresverbrauch in Deutschland von 140 Milliarden Kilowattstunden zugrunde gelegt.

Kunden sollten den Stromanbieter wechseln

Die Analyse kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Preise für Industrie- und Gewerbekunden um drei Prozent gesunken sind, "während private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen". Der Verbraucher würde von den Konzernen ausgenutzt, "um höhere Gewinne zu realisieren". Nach Ansicht der Vize-Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, ist allerdings auch die Bundesregierung für den "unaufhaltsamen Anstieg" der Preise verantwortlich. Sie lade die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, "indem sie die Unternehmen breit entlastet", sagte Höhn der Zeitung. Der grüne Energieexperte Oliver Krischer forderte die Kunden zum Anbieterwechsel auf.

Quelle: AFP

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