Ökosteuer-Bilanz

Verbraucher-Initiative: Strompreise sagen nicht die Wahrheit

Nach Ansicht der Verbraucher-Initiative sind die gestiegenen Belastungen aus der Ökosteuer nicht der alleinige Grund für die derzeitigen Strompreiserhöhungen. Auf ihrer Internetseite kann man sich seine persönliche Ökosteuerbilanz ausrechnen und sich ein individuelles Sparprogramm zusammenstellen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die aktuellen Preissteigerungen im Strommarkt werden nach Ansicht der Verbraucher Initiative e. V. zu Unrecht mit der Energiepolitik der Bundesregierung begründet. Ökosteuer und Förderprogramme für umweltfreundlich erzeugten Strom würden die Kunden mit höchstens 0,5 Cent pro Kilowattstunde belasten. Angehoben wurden die Preise jedoch um bis zu 1,5 Cent.

"Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher haben keinen Überblick über die tatsächlich von ihnen gezahlte Ökosteuer", kritisiert Ralf Schmidt, Umweltreferent bei der Verbraucher Initiative. Er empfiehlt, übermäßigen Tarifsteigerungen zu widersprechen und gegebenenfalls den Stromversorger zu wechseln. Nach Ansicht der Verbraucherschützer lohnt es darüber hinaus, sich selbst ein Bild über die persönliche Ökosteuer-Bilanz zu machen. Dazu bietet der Bundesverband einen kostenlosen Ökosteuer-Spar-Rechner im Internet, der gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) entwickelt wurde. Anhand weniger Angaben zum Energieverbrauch kann man dort die Gesamtbelastung durch die Ökosteuer ausrechnen.

Der Rechner zeigt aber auch, wie man sich Energiekosten sparen kann. Aus 16 einfach umzusetzenden Spartipps bei Heizung und Warmwasser, Strom und Auto kann jeder sein individuelles Sparprogramm zusammenstellen. Und schließlich ermittelt der Ökosteuer-Spar-Rechner, ob man zu den Gewinnern oder den Verlierern der Ökologischen Steuerreform gehört. Denn per Mausklick stellt er der gezahlten Ökosteuer die eingesparten Rentenversicherungsbeiträge gegenüber. So kann sich jeder ein Bild über seine ganz private Ökosteuer-Bilanz machen.

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